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Diabetes und Komplikationen

Im Verlauf einer Diabeteserkrankung können sich akute Komplikationen und Spätfolgen einstellen, die nicht immer vermieden werden können. Ob und in welchem Umfang sich Komplikationen und Folgen der Diabeteserkrankung zeigen, hängt davon ab, wie gut oder schlecht der Stoffwechsel eines Patienten eingestellt ist. Dies gilt gleichermaßen für Typ 1 wie auch für Typ 2 Diabetiker.

Ziel einer Diabetes-Therapie ist es, zur Steigerung der Lebensqualität und Vermeidung von akuten wie späteren Komplikationen, den Blutzucker normnah einzustellen.
Akute Komplikationen sind entweder Unterzuckerungen oder Ketoazidosen.

Ursachen für eine Unterzuckerung können sein:

  • falsche Einschätzung der verzehrten Kohlenhydratmenge - für die Menge Kohlenhydrate zu viel Insulin oder antidiabetische Tabletten genommen
  • ein zu langer Spritz-Ess-Abstand - das Insulin beginnt zu wirken, aber es ist noch keine Nahrung aufgenommen worden
  • Bedarf an Insulin oder Tabletten wurde nicht der jeweiligen Situation angepasst - durch körperliche Bewegung und Sport werden weniger Insulin oder Tabletten benötigt
  • Alkoholkonsum - zu viel Alkohol vermindert die Ausschüttung von Zucker (Glukose) aus der Leber
  • Erbrechen, Durchfallerkrankungen, Menstruation oder Wechselwirkung mit Medikamenten

Die Anzeichen einer Unterzuckerung sind individuell sehr unterschiedlich: Körperliche Reaktionen wie Heißhunger, Übelkeit, Blässe, Muskelschwäche (weiche Knie), Schweißausbrüche (kalter Schweiß) Zittern, Herzrasen, Müdigkeit, kribbeln und Taubheitsgefühl in Fingern und Lippen, innere Unruhe, Verwirrtheit, Verständnisschwierigkeiten, Albträume oder auch Störungen der Nervenfunktionen sowie Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Lähmungen, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit.

Die diabetische Ketoazidose ist eine akute Komplikation, die überwiegend bei Patienten mit Typ 1 Diabetes auftritt. Die Erhöhung des Blutzuckers ist beim Typ 1 Diabetiker durch einen Mangel an Insulin bedingt. Bei gesunden Personen bewirkt Insulin die Aufnahme der Glukose in die Körperzellen und hemmt den Abbau des Körperfetts. Ein Insulinmangel führt hingegen zu einem vermehrten Abbau von Fett in so genannte Fettsäuren. Die Fettsäuren häufen sich im Körper an und werden nur noch unvollständig abgebaut zu so genannten Ketonkörpern. Die erhöhte Konzentration an Ketonkörpern geht wiederum mit einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes einher (Ketoazidose).

Hohe Blutzuckerwerte bei langjährigem und/oder schlecht eingestelltem Diabetes mellitus führen zu Folgeerkrankungen, vorwiegend an Augen, Nieren, Nervensystem, Herz und Gefäßen. Herz- und Kreislauferkrankungen stellen bei Diabetikern die häufigste Todesursache dar. Typ 2 Diabetiker sind häufig neben dem Diabetes noch von Übergewicht, Bluthochdruck und schlechten Blutfettwerten betroffen. Hier bilden sich häufig Verkalkungen in den Arterien, so dass die Durchblutung gestört ist. Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Folge sein. Auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit, die eine Durchblutungsstörung in den Beinen beschreibt, ist eine Spätkomplikation bei Diabetes mellitus.

Die Retinopathie entsteht durch Veränderungen kleiner Gefäße der Netzhaut. Es kann zu Sehstörungen oder Sehverschlechterungen kommen. Im schlimmsten Fall und ohne Behandlung kann sich die Netzhaut ablösen, was zur Erblindung führt. Vorübergehende Sehverschlechterungen können auch bei sehr hohen Blutzuckerwerten auftreten.
Die diabetische Nephropathie entwickelt sich schleichend über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Von den ersten Veränderungen an den Nieren bis zu einem beginnenden Eiweißverlust merkt der Patient meistens nichts. Hier sind regelmäßige ärztliche Kontrollen angeraten.

Bei der diabetischen Neuropathie können verschiedenste Nerven im Körper geschädigt sein. Sowohl Sensorik (Berührungs- und Schmerzwahrnehmung), Motorik (Innervation der Körpermuskulatur) als auch das autonome Nervensystem (zum Beispiel Regulation von Atmung, Herzfrequenz, Darmbewegungen, Blasenfunktion) können betroffen sein.

(aus Quiz "Wissen gewinnen" 12/11-21/11/2010)

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