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Das Hormon Insulin

Das Hormon Insulin nimmt eine Schlüsselposition bei der Regulation des Blutzuckers ein. Wo das Hormon gebildet wird, wie sich Insulinkonzentrationen bestimmen lassen und wie es in den Stoffwechsel eingreift, wird hier beschrieben.




Die Abbildung zeigt zwei Modelle des Insulins. Links ist die Oberflächenstruktur des einfachen Insulinmoleküls dargestellt, die rechte Seite zeigt ein sechsfaches Molekül, aus der die innere Struktur erkennbar ist.
Foto: Wikipedia / Isaac Yonemoto

Insulin stammt aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse

Das Hormon Insulin wird in den so genannten Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Als erste Vorstufe von Insulin entsteht das Präproinsulin mit einem Molekulargewicht (gebräuchliche biochemische Bezeichnung für die Summe der Atommassen eines Moleküles) von ca. 12000, das aus ungefähr 100 Eiweißbausteinen (Aminosäuren) besteht. Aus dem Präproinsulin entsteht durch Abspaltung von Eiweißbausteinen (Aminosäuren) das Proinsulin. Dieses wird innerhalb der Beta-Zellen in so genannte Granula eingelagert und dort ein weiteres mal gespalten, sodass das zweikettige Insulinmolekül mit seinen 51 Aminosäuren und das die Kette verbindende C-Peptid (connecting-peptide) entsteht. Bei der Ausschüttung von Insulin aus der Beta-Zelle wird immer zu gleichen Teilen auch das C-Peptid freigesetzt.

C-Peptid in der Diagnostik

Das C-Peptid wird im Labor bestimmt, um die Insulinbedürftigkeit eines Diabetikers zu ermitteln. Hier wird das Verhältnis von C-Peptid und Blutzucker bestimmt. Es gibt also Auskunft darüber, ob die körpereigene Insulinproduktion noch ausreichend ist oder ob der Patient Insulin spritzen muss. Erniedrigte Werte können durch einen Typ 1 Diabetes und Typ 2 Diabetes bei sekundärem Versagen der Insulinproduktion im Spätstadium der Erkrankung, aber auch durch andere Erkrankungen wie bei einem Morbus Addison oder durch Medikamente wie alpha-Sympathomimetika in Erscheinung treten.
Erhöhte Werte hingegen werden bei eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), durch längerfristige Gabe von Kortikosteroiden, bei einem metabolischen Syndrom bzw bei einem Typ 2 Diabetes mit vorherrschender Insulinresistenz und bei einem Insulinom (Insulinproduzierender Tumor) gefunden.

Was kann das Insulin? - Funktionen des Insulins

Insulin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel durch die beschleunigte Aufnahme der Glukose in die Muskel- und Fettzellen – es kann noch einiges mehr. Es gehört zu den so genannten anabolen, also aufbauende Hormonen.

  • Es fördert den Einstrom von Glukose in die Muskel- sowie Fettzellen
  • Insulin induziert die Glykogensythese (Speicherform der Glukose) im Muskel und in der Leber
  • Es steigert die Fettsynthese in Leber- und Fettgewebe
  • Es fördert die Bildung von Eiweißen (Proteinsythese)

Insulin drosselt zudem die abbauenden (katabolen) Vorgänge im Körper durch die Hemmung des Glukoseaufbaus in der Leber (hepatische Glukoneogenese) sowie durch Hemmung des Fettabbaus.
Darüber hinaus beschleunigt es die Aufnahme von Aminosäuren (Eiweißbausteine) und Kalium in Muskel- und Fettzellen.

Der Glukosespiegel im Blut und die Insulinsekretion beeinflussen sich wechselseitig im Sinne eines Regelkreises. Dadurch ist der gesunde Organismus in der Lage, den Blutzuckerspiegel auch bei Störungen konstant zu halten. Das Hormon Insulin ist eingebettet in einen größeren hormonellen Regelkreis mit vielen anderen Hormonen wie Glukagon, den Glukokortikoiden und Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin sowie den Schilddrüsenhormonen.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Stand: 19.07.2011

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