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Die Therapie mit Glitazonen: Unterschiede im kardiovaskulären Risiko.

(21.07.2010) Die wissenschaftliche Diskussion zur kardiovaskulären Sicherheit der Diabetesmedikamente Rosiglitazon (Avandia®) und Pioglitazon (Actos®) geht weiter: Eine aktuell online publizierte Studie in der Fachzeitschrift JAMA analysierte im Vergleich die Wirkung von Rosiglitazon und Pioglitazon auf das Herzinfarktrisiko und den kardiovaskulären Tod.





Foto: ABDA

Beide Medikamente gehören zu der Arzneimittelguppe der Glitazone, bei denen es sich um Insulinsensitizer handelt. Glitazone führen an Muskel- Fett- und Leberzellen zu einer Zunahme der Insulinrezeptoren und erhöhen damit die Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Insulin wirkt besser und der Blutzucker sinkt. Das bedeutet, dass dadurch ein wesentliches Merkmal für den Typ 2 Diabetes, die Insulinresistenz, abnimmt.

Die US-Forschergruppe um den Autor David Graham untersuchte bei mehr als 227.000 Patienten im Alter von über 65 Jahren, welche Auswirkungen eine dreijährige Therapie mit Pioglitazon oder Rosiglitazon auf das Risiko, einen schweren kardiovaskulären Schaden zu erleiden, hat.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Rosiglitazon, im Vergleich zu Pioglitazon, bei Patienten über 65 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzversagen und Tod verbunden ist. In Zahlen ausgedrückt liegt das kardiovaskuläre Gesamtrisiko unter Rosiglitazon 18 % höher, als bei einer Therapie mit Pioglitazon.


Dr. Klaus Wiefels, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Graham et al. Risk of Acute Myocardial Infarction, Stroke, Heart Failure, and Death in Elderly Medicare Patients Treated With Rosiglitazone or Pioglitazone JAMA. 2010;304(4):(doi:10.1001/jama.2010.920)

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