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Diagnose des Prädiabetes: HbA1c oder Blutglukose?

(08.07.2010) Die Bestimmung des Hämoglobins A1c (HbA1c) wurde von einem internationalen Experten-Komitee als eine optionale Methode zur Diagnose des Diabetes (HbA1c > 6,5 %) und des Prädiabetes (HbA1c-Werte zwischen 5,7 % und 6,4 %) angesehen und vorgeschlagen. (1)





Foto: DAK/Schläger

Welchen Stellenwert hat der HbA1C-Wert im Vergleich zum Goldstandard, dem 2-stündigen oralen Glukosetoleranztest (OGTT)? Dieser Fragestellung sind die Autoren einer aktuellen Studie aus den USA nachgegangen. (2)

In einer Nachuntersuchung von 855 Teilnehmern der "Insulin Resistance Atherosclerosis Study" wurde auf Grund eines HbA1c-Wertes zwischen 5,7 % und 6,4 % bei insgesamt 23,6 % der Patienten ein Prädiabetes festgestellt. Wendet man als Diagnosekriterium der WHO einen erhöhten Nüchternglukose-Wert an, (100 - 125 mg%) wurden 69,1 %, und bei erhöhter 2h-Plasmaglukose (140 - 199 mg%) 59,5 % als Risikopatienten mit Prädiabetes identifiziert.

Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass die Bestimmung des HbA1c-Wertes weniger geeignet ist, Patienten mit Diabetesrisiko zu entdecken, als der Nüchternglukose-Wert und der 2h-Wert im OGTT.


Autor: Dr. Klaus Wiefels, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
(1) International Expert Committee Report on the Role of the A1C Assay in the Diagnosis of Diabetes. Diabetes Care, Vol. 32, (7), July 2009 (1327 - 1344)
(2) Lorenzo et al. Hemoglobin A1c between 5.7 and 6.4% as a marker for identifying prediabetes, insulin sensitivity and secretion, and cardiovascular risk factors: The Insulin Resistance Atherosclerosis Study (IRAS). Diabetes Care Publish Ahead of Print, published online June 23, 2010

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