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Positiver Kaffee-Effekt

(22.03.2010) In einigen Studien wurde bereits vermutet, dass Kaffee einen Schutz vor einem Typ 2 Diabetes bieten kann. Nun haben Wissenschaftler um Christian Herder vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf in Zusammenarbeit mit finnischen Forscherkollegen in einer Studie untersucht, ob und inwieweit Kaffee Übergewichtige vor Diabetes und anderen Übergewicht-assoziierten Krankheiten schützen kann.




In der Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, konnten sie zeigen, dass verschiedene Blutwerte, die bei übergewichtigen Menschen das Risiko für bestimmte Krankheiten kennzeichnen, durch einen hohen Kaffee-Konsum positiv beeinflussbar sind - und so das Risiko zum Beispiel an Typ 2 Diabetes zu erkranken verringert sein könnte.

Es nahmen 47 übergewichtige Personen, die regelmäßig Kaffee konsumieren, an der Studie teil. In den ersten vier Wochen tranken die Studienteilnehmer keinen Kaffee, im zweiten Monat gab es 600 ml Kaffee täglich und im dritten Monat tranken sie jeden Tag 1,2 l Kaffee. Die Blutwerte wurden in allen Phasen der Studie regelmäßig untersucht. Alle Probanden wiesen durch ihr Übergewicht ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten und Diabetes auf.

Das Ziel der Studie war es, an Hand so genannter Biomarker den Einfluss von täglichem Kaffee-Konsum auf bestimmte Funktionen des Stoffwechsels zu benennen. Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, wie etwa die Konzentration bestimmter Stoffe im Blut. Die Bestimmung eines Biomarkers kann auf einen normalen oder veränderten Prozess im Körper hinweisen. So weist eine hohe Konzentration des Biomarkers Glukose im Blut auf eine mögliche Diabetes-Erkrankung hin.

In dieser Studie schauten sich die Wissenschaftler genauer die Blutwerte für Entzündungsparameter, oxidativen Stress, Glukose und den Fett-Stoffwechsel an - alles Biomarker und somit Risiko-Parameter für typische Erkrankungen von Übergewichtigen, wie Typ 2 Diabetes oder koronare Herzerkrankungen.

Das Ergebnis bestätigt die bisherigen Annahmen: Der hohe Kaffee-Konsum im dritten Monat hatte einen positiven Einfluss auf bestimmte Stoffwechselvorgänge. So zeigte sich dieser positive Effekt in der Senkung bestimmter Entzündungsparameter sowie der Erhöhung des HDL-Cholesterins. HDL-Cholesterin ist ein schützender Marker für Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"). Durch den hohen Kaffee-Konsum verringerte sich also bei den Probanden das Herzinfarktrisiko. Jedoch zeigte der moderate Kaffee-Konsum im zweiten Monat keinen Effekt.

Wieso Kaffee in bestimmten Mengen diese Effekte hat, konnten die Wissenschaftler bei diesem Studienaufbau nicht klären. Allerdings konnten sie weitere Ergebnisse erzielen: Sie bestimmten Neben- und Abbauprodukte des Kaffees im Blut, die wiederum als Biomarker für Kaffee-Konsum eingesetzt werden können.

Zu beachten ist bei der guten Nachricht für Kaffee-Trinker: die Studien-Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf übergewichtige Menschen und gelten für aufgebrühten Filterkaffee. Außerdem wurden in der Studie lediglich die beschriebenen Marker untersucht und andere Parameter außer Acht gelassen. So wurde der Blutdruck, auf den ein hoher Kaffee-Konsum einen eher negativen Einfluss hat, nicht kontrolliert.


Nicole Waschke, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Kempf K et al. Effects of coffee consumption on subclinical inflammation and other risk factors for type 2 diabetes: a clinical trial1-3. AJCN. First published ahead of print February 24, 2010

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