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Aspirin® zur Primärprävention bei Typ 2 Diabetes?

(17.02.2010) Das schmerzstillende und blutverdünnende Medikament Aspirin wird im niedrigdosierten Bereich schon seit einiger Zeit zur Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen wie z.B. einem Herzinfarkt eingesetzt, besonders bei Patienten, bei denen schon in der Vergangenheit ein solches Ereignis aufgetreten ist (Sekundärprävention). Bislang ist die Datenlage zur Primärprävention bei Diabetes jedoch dünn, da in den bisherigen Studien nur wenige Menschen mit einem Typ 2 Diabetes eingeschlossen wurden. Die Primärprävention setzt möglichst früh an und will der Entstehung von (zusätzlichen) Erkrankungen bzw. Symptomen zuvorkommen.





Foto: Techniker Krankenkasse

Um beweiskräftige Aussagen zu erhalten, wurden anhand einer Beobachtungsstudie zur Primärprävention 651 Typ 2 Diabetiker ohne kardiovaskuläre Ereignisse in der Vergangenheit zwischen 1993 und 1996 in die Studie aufgenommen und bis zu ihrem Tod oder bis Ende Juni 2007 untersucht. Dies entspricht 7.537 Patientenjahren. Untersucht wurden das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen sowie die Sterblichkeit aller Ursachen. Während dieser Beobachtungsphase gab es 160 Todesfälle (24,6 %), wobei 70 (43,8 %) auf kardiovaskuläre Ereignisse zurückzuführen waren.

Weiterführende statistische Analysen zeigten, dass eine regelmäßige Einnahme von niedrigdosiertem Aspirin zu einem verringerten Sterblichkeitsrisiko von 50 Prozent führt, unabhängig davon, ob die Ursache auf kardiovaskuläre Ereignisse zurückzuführen ist. Untersuchungen bei Untergruppen zeigten, dass die Aspirineinnahme mit einer reduzierten Sterblichkeit aller Ursachen verbunden war, besonders bei Männern im Alter von über 65 Jahren.

Schlussfolgerung:
Die Verabreichung von Aspirin im niedrigdosierten Bereich stellt ein Standardverfahren zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse für Patienten dar, bei denen ein solches Ereignis schon in der Vergangenheit aufgetreten ist. (Sekundärprävention) In der vorliegenden Studie profitieren jedoch auch Typ 2 Diabetiker im Sinne einer Primärprävention. Eine regelmäßige Aspirin-Einnahme im niedrigdosierten Bereich senkte die Mortalität aller sowie auch kardiovaskulärer Ursachen. Die Autoren empfehlen eine Prävention durch niedrigdosiertes Aspirin bei allen Typ 2 Diabetikern außer solchen, die ein sehr geringes Risiko aufweisen (junge Patienten ohne vaskuläre Risikofaktoren).


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Ong et al. Aspirin Is Associated With Reduced Cardiovascular and All-Cause Mortality in Type 2 Diabetes in a Primary Prevention Setting. Diabetes Care 33:317-321, 2010

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