Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
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Was ist Diabetes?

Unter "Diabetes mellitus", umgangssprachlich auch "Zuckerkrankheit" genannt, versteht man verschiedene Störungen des Stoffwechsels, denen gemein ist, dass eine Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) stattfindet. Daher stammt auch die Bezeichnung "Diabetes mellitus". In der Antike wurde die Diagnose durch eine Geschmacksprobe des Urins gestellt, der bei einer Überzuckerung des Blutes auch zu viel Zucker enthält und süß schmeckt. "Diabetes" leitet sich von dem altgriechischen Wort für "Durchfluss" und "mellitus" vom lateinischen "honigsüß ab".

Die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate werden bei der Verdauung in Zucker (Monosaccharide - Einfachzucker) umgewandelt. Diese Monosaccharide werden ins Blut aufgenommen, wodurch der Blutzuckerspiegel steigt. Hier ist nun das Hormon Insulin nötig, damit der Zucker zeitgleich in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Insulin wirkt hierbei als eine Art Türöffner, der den Zuckermolekülen den Zutritt zu den Zellen ermöglicht. Durch die Aufnahme des Zuckers in die Zellen sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Bei einem nicht an Diabetes erkrankten Menschen wird so der Blutzuckerspiegel relativ konstant auf einem Niveau von 80 bis 120 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) gehalten.

Bei Menschen mit Diabetes ist dieser Mechanismus mit der Folge gestört, dass die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate vom Körper nicht mehr oder nur unzureichend zur Energiegewinnung genutzt werden können. Um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, benötigt der Körper Unterstützung, zum Beispiel durch eine Insulin- oder Tablettentherapie oder eine Kombination aus beidem.

Hohe Blutzuckerwerte bei langjährigem oder einem lange unentdeckten Diabetes mellitus können zu Folgeerkrankungen, vorwiegend an Augen, Nieren, Nervensystem, Herz, Gehirn und Gefäßen, führen. Zur Behandlung des Diabetes, also zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Verringerung des Auftretens dieser Schäden gibt die Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Ärzten und Fachpersonal Leitlinien an die Hand.

In diesen Leitlinien der DDG wird als Therapieziel empfohlen, dass der Blutzucker (BZ) nüchtern und präprandial (also vor dem Essen) bei Typ 2 Diabetikern zwischen 90 und 120 mg /dl (Milligramm pro Deziliter) liegen sollte. Als Therapieziel bei Typ 1 Diabetes empfiehlt die DDG in ihren Leitlinien, dass sich 50 Prozent der Blutzuckerwerte im Zielebereich von 80-140 mg/dl befinden sollten.

Liegt der Blutzuckerwert über eine längere Zeit oder permanent deutlich über diesen empfohlenen Grenzen, kommt es zu einer Stoffwechselentgleisung. Anzeichen dafür können sein: sehr starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit sowie ein unerklärlicher Gewichtsverlust.

Doch mit der richtigen Einstellung durch den behandelnden Arzt und einem Diabetes-Team ist diese Stoffwechselerkrankung mit ein wenig Selbstbeherrschung gut in den Griff zu bekommen. Es muss weder auf eine aktive Lebensgestaltung noch auf sämtliche Genüsse verzichtet werden. Ein Patient mit Diabetes kann ein ausgefülltes und normales Leben führen, Sport treiben und auf Reisen gehen wie jeder andere auch.

(aus Quiz "Wissen gewinnen" 12/11-21/11/2010)

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