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Insulin

Die Insulinbehandlung ist eine lebensrettende Hormonersatztherapie, die bei Diabetes mellitus Typ 1 zwingend nötig und lebenslang beizubehalten ist. Häufig ist auch nach Jahren einer Diabetes Typ 2 Erkrankung eine Insulintherapie nötig. Das Hormon Insulin reguliert die Aufnahme von Glucose in Körperzellen. Dadurch senkt es den Blutzucker. Insulin wird in den so genannten Beta-Zellen der Langerhans-Inseln des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) synthetisiert.


Insulin-Pen

Insulin-Pen
Foto: DDZ

In den 1920er Jahren gelang es Frederick Banting und Charles Best erstmals, Insulin aus Pankreasgewebe zu gewinnen. Später wurde Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen. Diese Insuline unterscheiden sich vom menschlichen Insulin nur geringfügig und sie wirken auch beim Menschen. Dennoch wurde versucht "menschliches" Insulin zu produzieren. 1982 gelang es erstmals, Humaninsulin durch gentechnisch veränderte Bakterien herzustellen. Inzwischen übernehmen auch Hefepilze diese Aufgabe. Seit 1996 sind auch künstliche Insuline (Analoginsuline) verfügbar, die schneller oder langsamer wirken als Humaninsuline.

Die Motivation für die Entwicklung der Insulinanaloga war, die Steuerbarkeit der Insulintherapie zu verbessern. Bei Normalinsulin setzt die Wirkung nach etwa 30 Minuten ein, das Wirkmaximum wird nach 1,5-2 Stunden erreicht. Durch den Austausch bestimmter Bausteine kann das Verhalten des Insulins verändert werden, ohne seine Wirkung, also die Funktion, den Zucker in die Zellen zu bringen, zu beeinflussen.

Die künstlichen Insuline werden nach der Wirkdauer unterschieden:

Sehr kurz wirkende Insuline.
Insulin glulisin (Apidra®), Insulin lispro (Humalog®) und Insulin aspart (NovoRapid®) sind sehr schnell wirkende Insuline mit einem Wirkungsbeginn nach 15 Minuten und einem Wirkungsmaximum nach einer Stunde und - dosisabhängig - einer Wirkdauer von zwei bis vier Stunden.

Kurz wirkende Insuline.
Normalinsuline (Berlinsulin H Normal®, Insulin B. Braun ratiopharm Rapid®, Huminsulin Normal®, Insulin Actrapid HM®, Insuman Rapid®) sind unverzögert wirkende Humaninsuline mit einem Wirkungsbeginn nach 30 Minuten und einem Wirkungsmaximum nach zwei Stunden und einer Wirkdauer von vier bis sechs Stunden.

Mittellang wirkende Insuline.
NPH-Insuline (Berlinsulin H Basal®, Insulin B. Braun ratiopharm Basal®, Huminsulin Basal®, Insulin Protaphan HM®, Insuman Basal®) waren als Intermediärinsuline bezeichnet. Sie beginnen ihre Wirkung etwa zwei Stunden nach der Injektion und das Wirkungsmaximum liegt bei vier bis sechs Stunden und die Wirkdauer liegt bei acht bis 12 Stunden.

Lang und sehr lang wirkende Insuline.
Das lang wirkende Insulinanalogon Detemir (Levemir®) und das sehr lang wirkende Glargin (Lantus®) zeigen einen Wirkungsbeginn etwa drei bis vier Stunden nach der Injektion. Sie haben ein wenig ausgeprägtes Wirkungsmaximum in der achten bis 14. Stunde und eine Wirkung auf den Blutzucker von maximal etwa 18 bis 20 Stunden bei Detemir und 22 - 24 Stunden bei Glargin.

Die hier angegebenen Zeiten gelten für mittlere Insulindosen. Insbesondere die Zeit bis zum Erreichen des Wirkungsmaximums und die Wirkungsdauer sind bei großen Insulindosen länger, bei kleinen Dosen kürzer.

Die optimale Wirksamkeit der verschiedenen Insulinpräparate ist abhängig von der Beachtung der richtigen Abstimmung von Nahrungs- und Insulinzufuhr (Spritz-Ess-Abstand) und der ausreichenden Injektionsfrequenz der zur Substitution des basalen Insulinbedarfs verwendeten Langzeitinsuline.

(aus Quiz "Wissen gewinnen" 12/11-21/11/2010)

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