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Diabetes Typ 1

Nach den neuesten Zahlen sind derzeit 246 Millionen Menschen weltweit an Diabetes erkrankt. Etwa 5 Prozent sind Typ 1 Diabetiker.

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, die sich durch einen erhöhten Blutzucker (BZ) auszeichnet. Bei einem Typ 1 Diabetes ist dies durch einen absoluten Insulinmangel begründet. Die insulinproduzierenden Zellen der Bauspeicheldrüse produzieren das Hormon Insulin nicht mehr, da körpereigene Abwehrstoffe sie als fremd angesehen und zerstört haben. Dieser Vorgang der Zerstörung mit begleitender Entzündung der Zellen kann Jahre dauern. An dieser Form des Diabetes erkranken meist Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können noch an Typ 1 Diabetes erkranken.

Bei einem Typ 1 Diabetes muss das fehlende Insulin immer ersetzt werden - ohne Insulin steigt der Blutzuckerspiegel, da der Zucker aus dem Blut nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden kann. Es kommt zu einer Hyperglykämie (stark erhöhter Blutzucker), bis hin zu einem diabetischen Koma. Zuvor bemerkt man jedoch Anzeichen wie Müdigkeit, häufiges Wasserlassen (Polyurie), verstärkter Durst, Gewichtsverlust, Sehstörungen, trockene Haut und, bei schwerer Entgleisung, einen säuerlichen Mundgeruch (nach Azeton - wie Nagellackentferner). Dieser Effekt entsteht durch eine Übersäuerung des Körpers, einer so genannten Ketoazidose. Hierbei befindet sich eine hohe Konzentration von Ketonkörpern ("Azeton") im Blut.

Da bei Insulinmangel kein Zucker mehr zur Energieversorgung in die Zellen gelangen kann, müssen notfallmäßig andere Energiequellen des Körpers genutzt werden. Als Folge werden Körperreserven, insbesondere die Fettdepots, genutzt und unter Energiegewinn bis zur Stufe der Ketonkörper zerteilt. Durch eine Übermenge an Ketonen, die nicht mehr weiter abgebaut werden können, übersäuert der Organismus. Durch den erhöhten BZ gelangt neben den Ketonkörpern auch Zucker in den Harn. Um den Konzentrationsunterschied auszugleichen, wird dem Körper vermehrt Wasser entzogen, so dass das Harnvolumen ansteigt. Häufiges Wasserlassen ist die Folge, sodass der Körper größere Mengen an Wasser und auch Salzen verliert. Durch den sehr starken Durst versucht der Körper diesen Verlust - ohne Erfolg auszugleichen.

Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar. Es lässt sich aber, unter Beachtung einiger Voraussetzungen, ein normales Leben führen. Wichtig ist dabei für jeden Typ 1 Diabetiker regelmäßig das lebensnotwendige Insulin zuzuführen - entweder über Spritzen beziehungsweise Pens oder eine Insulinpumpe. Neben der Versorgung mit Insulin zum Essen muss zusätzlich eine Grundversorgung des Körpers gewährleistet sein. So werden etwa 50 Prozent des Zuckers im Körper aus der Leber freigesetzt. Das bedeutet, dass der BZ auch ohne Kohlenhydrate zum Essen steigt, falls Patienten mit Typ 1 Diabetes kein Insulin zuführen.

Zudem ist es unabdingbar den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und normnah einzustellen. Nicht nur, um akute Entgleisungen des Stoffwechsels, eine Unterzuckerung (Hypoglycämie) und zu hohe Blutzuckerwerte zu verhindern, sondern auch um diabetische Spätschäden wie Augenkrankheiten (Retinopathie), Nervenschädigung (Polyneuropathie), Nierenkrankheiten (Nephropathie) und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden oder hinauszuzögern.

(aus Quiz "Wissen gewinnen" 12/11-21/11/2010)

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