Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
zurück

Einflüsse von Diätprodukten auf das Gewichtsverhalten

(05.11.2009) So genannte Diät- und Light-Produkte, bei welchen der Zucker durch künstliche Süßstoffe ersetzt wurde sowie fettreduzierte Lebensmittel werden häufig von Menschen, die sich kalorienbewusst ernähren oder eine Gewichtsreduktion herbeiführen wollen, konsumiert.





Foto: AOK/Dietmar Wäsche

Forscher aus den USA und Neuseeland verglichen nun in einer Studie das Ernährungsverhalten von übergewichtigen Personen, die bereits Gewicht verloren hatten mit Personen, die noch nie Übergewicht hatten. Im speziellen betrachteten sie dabei den Konsum von modifizierten Diät-Produkten. An dieser retrospektiven Studie nahmen 172 Personen teil, die bereits an 10 Prozent ihres Gewichts verloren (weight loss maintainer group = WLM) und dieses neue Gewicht über einen Zeitraum von 11,5 Jahren aufrecht erhalten haben, sowie 131 normalgewichtige Personen, welche auch in der Vergangenheit kein Übergewicht aufwiesen (always-normal weight group = NW). Der Body Mass Index (BMI) war vergleichbar und lag bei beiden Gruppen im normalen Bereich.

Die Ernährung der Personen aus der WLM-Gruppe enthielt durchschnittlich um 5 % weniger Fett (28.7 vs 32.6 %) verglichen mit der NW-Gruppe. Darüber hinaus konsumierten sie um 11 % mehr modifizierte Molkereiprodukte (60 vs 49 %) sowie Dressings und Saucen (55 vs 44 %). Der Konsum von Light-Getränken lag bei der WLM-Gruppe dreimal höher als der Konsum in der NW-Gruppe (0.91 vs 0.37) und der Verzehr gezuckerter Getränke lag bei der WLM-Gruppe niedriger als im Vergleich zur NW-Gruppe (0.07 vs 0.16).

Schlussfolgerung:
Die Studie zeigt, dass die Personen, die zur WLM-Gruppe gehören, bewusst und vermehrt Diät-Strategien anwenden, um ihr Gewicht zu halten, einschließlich einer stärkeren Einschränkung der Fett- und Zuckerzufuhr sowie eines vermehrten Konsums von Getränken mit künstlichen Süßstoffen. Übergewicht, Fettleibigkeit und die damit verbundenen Risiken für Folgeerkrankungen stellen in den Industrieländern ein immenses Problem dar. Der alleinige Konsum von Diät- und Light-Produkten wird jedoch nicht automatisch dazu führen, die Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen. Es muss betont werden, dass das Ernährungsverhalten der Studienteilnehmer der WLM-Gruppe nicht den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) entspricht. Die DDG empfiehlt eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit einer Gesamtfettzufuhr von weniger als 30 %, wobei der Anteil der gesättigten Fettsäuren unter 10% liegen sollte. Der Kohlenhydratanteil kann zwischen 45 % und 60 % der aufgenommenen Gesamtenergiemenge liegen, wobei Nahrungsmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil empfohlen werden. Die Wahl naturbelassender Nahrungsmittel und die eigenständige Zubereitung derer tragen dazu bei, die Wertigkeiten und den Gehalt an Kalorien einzuschätzen.


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quellen:
1. Phelan et al. Use of artificial sweeteners and fat-modified foods in weight loss maintainers and always-normal weight individuals. International Journal of Obesity advance online publication, 28 July 2009; doi:10.1038/ijo.2009.147
2. http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de: Evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus

zurück