Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
zurück

Blutfette senkendes Fenofibrat schützt vor Amputationen bei Typ 2 Diabetes

(25.06.2009) Amputationen sind eine der gefürchtetsten möglichen Spätfolgen von Diabetes. Der Wirkstoff Fenofibrat verringerte in einer großen australischen Studie bei Personen mit Typ 2 Diabetes das Risiko einer ersten krankheitsbezogenen Amputation um 36 Prozent.





Foto: ABDA

Durch Diabetes bedingte Amputationen gehen auf das Konto von Schäden an Blutgefäßen und Nerven. Die placebokontrollierte FIELD-Studie (Fenofibrate Intervention and Event Lowering in Diabetes) hatte vorrangig im Visier, ob Fenofibrat vorbeugend gegen Herzinfarkt wirkt. Es nahmen 9.795 Patienten im Alter zwischen 50 und 70 Jahren teil, die im Verlauf von fünf Jahren täglich entweder 200 Milligramm Fenofibrat oder Placebo erhielten. Mit Amputationen zusammenhängende Informationen wurden routinemäßig erfasst. Amputationen unterhalb des Sprunggelenkes wurden als geringfügig eingestuft, höhere als schwerwiegend.

Die durch Antony Keech und Kollegen von der Universität Sidney ausgewerteten Daten ergaben, dass bei 117 Patienten der FIELD-Studie diabetesbedingt amputiert wurde. Das Risiko einer Erstamputation war bei den mit Fenofibrat Behandelten insgesamt um 36 Prozent niedriger im Vergleich zu Placebo. Das Risiko für  Amputationen unterhalb des Sprunggelenkes war, bei gleichzeitig nicht vorbekannten Schäden der großen Blutgefäße, unter Fenofibrat sogar um 47 Prozent niedriger. Hinsichtlich schwerer Amputationen zeigte sich kein Unterschied für die beiden Gruppen. Das geminderte Amputationsrisiko unter Fenofibrat begann sich ab eineinhalb Jahre nach Behandlungsbeginn abzuzeichnen.

Der vorbeugende Effekt war dabei unabhängig von den Werten der Fettstoffwechselstörung, womit offen bleibt, wodurch der beobachtete Effekt entsteht. Dieses erörtern die Experten Sergio Fazio und MacRae Linton vom Vanderbilt University Medical Center in Nashville im Editorial derDiabetes Spezial-Ausgabe der Fachzeitschrift Lancet, in der dieErgebnisse veröffentlicht wurden. Sie erwägen, ob Fenofibrat möglicherweise einen günstigen Effekt auf die Wundheilung haben kann. Oftmals sind unbemerkte, schlecht heilende Fußgeschwüre die Vorgeschichte einer späteren Amputation.


Kirsten Lindloff, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:  K Rajamani and others. Effect of fenofibrate on amputation events in people with type 2 diabetes mellitus (FIELD study): a prespecified analysis of a randomised controlled trial. Lancet 2009; 373: 1780-88.

 

zurück