Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
zurück

Übergewicht und Rauchen sind gleichermaßen gefährlich!

(27.04.2009) Übergewicht und krankhafte Fettsucht (Adipositas) gehören in den Industrienationen zu den führenden Auslösern von Krankheiten und krankheitsbedingten Todesfällen. Mittlerweile sind auch immer mehr jüngere Menschen betroffen. Wer als Kind schon unter Übergewicht leidet und als Jugendlicher zur Zigarette greift, schadet seiner Gesundheit in besonders hohem Maße. Die Folgen sind mannigfaltig: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen sowie Diabetes können die Folgen sein.





Foto: DAK/Wigger

Ein Forscherteam aus Schweden hat für die vorliegende Studie Daten von 45.920 jungen Männern im durchschnittlichen Alter von 18,7 Jahren ausgewertet, welche sich im Jahre 1969 und 1970 einer Wehrpflichtuntersuchung unterziehen mussten.  Bei der Untersuchung wurden das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße (Body-Mass-Index) und die Anzahl der konsumierten Zigaretten pro Tag dokumentiert. Diese Daten wurden dann mit denen aus dem schwedischen Todesursachenregister bis zum Jahre 2007 abgeglichen. Insgesamt waren bis zu diesem Zeitpunkt 2987 der damals Wehrpflichtigen verstorben. Auf diese Weise konnten die Auswirkungen des Übergewichts sowie des Rauchens im jugendlichen Alter auf das Sterberisiko im mittleren Lebensalter untersucht werden.

Die jungen Männer wurden mit Hilfe des Body-Mass-Index (BMI) in verschiedene Gruppen unterteilt: In Untergewichtige (BMI < 18,5), in Normalgewichtige (BMI 18,5 bis 24,9), Übergewichtige (BMI 25 bis 29,9) und Fettleibige (adipöse) (BMI > 30). Mit der Anzahl der überschüssigen Pfunde stieg auch das Risiko, früh zu sterben.  Das Risiko war für den übergewichtigen Nichtraucher  um ein Drittel erhöht, bei dem adipösen (fettleibigen) gar um das Doppelte. Bei Männern, die mehr als zehn Zigaretten pro Tag konsumierten und normalgewichtig waren, verdoppelte sich das Sterberisiko, im Vergleich zu den normalgewichtigen Nichtrauchern.
Die größte Gefahr lag bei der Kombination beider Risikofaktoren: Fettleibigkeit und starkes Rauchen war mit einem fünffachen Sterberisiko assoziiert. Die Autoren betonten jedoch, dass sich beide Risikofaktoren nicht gegenseitig bedingen.

Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, das Übergewicht bei männlichen Jugendlichen ein genauso ernst zu nehmendes Problem darstellt wie der Nikotinmissbrauch, und zwar unabhängig voneinander.  Demnach führen Übergewicht und Rauchen zu einem erhöhten Sterberisiko im Alter und sollten ein wichtiger Angriffspunkt für vorbeugende Initiativen des Gesundheitssystems sein, um die Anzahl und das Ausmaß der Folgeerkrankungen einzudämmen.


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Neovius, M , Sundström, J, Rasmussen, F. Combined effects of overweight and smoking in late adolescence on subsequent mortality: nationwide cohort study. BMJ 2009;338:b496; 1-8.

zurück