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DIAMAP - Projekt zur Entwicklung neuer Strategien für europäische Diabetesforschungsförderung

(02.02.2009) Menschen mit Diabetes soll medizinische Forschung zu Gute kommen, indem sie entweder von neuen Erkenntnissen zur Prävention profitieren oder eine effektive Behandlung erhalten. "Mehr Forschung" kann nicht das wesentliche Ziel von Forschung fördernden Organisationen und Institutionen oder Wissenschaftlern selbst sein. Tatsächlich scheint aber in ganz Europa Diabetesforschung mehr und mehr um ihrer selbst Willen zu passieren, was ein wesentlicher Anlass für das DIAMAP Projekt ist.




Prof. P. A. Halban auf der Pressekonferenz während des EASD Meetings in Rom 2008

Prof. Philippe Halban, Leiter des Projekts, sagt: “There is a lack of collective vision and coordination and unclear scientific rationale for public or private funding of European diabetes research. It is hardly surprising diabetes research in Europe is not as effective as it could be, despite its historical and continuing strength.” [Es fehlt sowohl an einer gemeinschaftlichen Vision und Koordination als auch an wissenschaftlich fundierten Strategien, wie private und öffentliche Förderung von Diabetesforschung in Europa aussehen könnte. Daher überrascht es nicht, dass Diabetesforschung in Europa nicht so effektiv ist, wie sie sein könnte, trotz ihrer historischen und anhaltenden Stärke. Übersetzt von R. Sautter] [1].

DIAMAP (Road Map for Diabetes Research in Europe) ist ein Projekt, das innerhalb von 2 Jahren Strategien für Diabetesforschung in Europa entwickeln möchte. Das Projekt wird durch die EU-Kommission unterstützt und hat am 1. April 2008 seine Arbeit aufgenommen. Träger des Projekts ist "EURADIA", eine Vereinigung gemeinnütziger medizinischer Fachgesellschaften und pharmazeutischer Firmen. EURADIA hat in der Vergangenheit immer wieder auf die Notwendigkeit einer koordinierten Diabetesforschung in Europa hingewiesen (s. a. www.euradia.org). Mit dem DIAMAP-Projekt vereint EURADIA alle Interessensvertreter: Menschen mit Diabetes, Wissenschaftler, Forscher, Gesundheitsexperten aber auch Einrichtungen der Forschungsförderung und die Pharmazeutische Industrie. Die Projektleitung liegt bei einem Komitee, in dem die genannten Interessengruppen vertreten sind.

Das Projekt läuft in zwei Phasen ab:

1. Jahr: Recherche zur bestehenden Diabetesforschung und deren Finanzierung in Europa. Hierzu wurden zwei Fragebögen entwickelt: das "Research Questionnaire" richtet sich an Wissenschaftler / Forscher, die Auskunft zu ihren Forschungen und ihren Interessensgebieten geben sollen.
Das "Funding Questionnaire" wendet sich an Diabetesforschung fördernde Einrichtungen, die um Auskunft zu Art und Umfang ihres Mitteleinsatzes gebeten werden (s.a. www.diamap.eu).
2. Jahr: Entwicklung und Festlegung von zukünftigen Zielen in der Diabetesforschung und Ausarbeitung einer Strategie, wie diese Ziele erreicht werden können. Hierzu wurden Expertengruppen aus allen relevanten Feldern der Diabetesforschung gebildet.

Die Projektarbeit schreitet voran, die Expertengruppen haben ihre Vorarbeiten bereits aufgenommen und folgen dabei einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan: ausgehend von den aktuellen Ergebnissen der Diabetesforschung werden neue Ziele definiert, die die weitere Forschung gerichtet vorantreiben und Forschungseinrichtungen mit neuen, aber auch zielgerichteten Ideen inspirieren sollen. Die Projekt-Webseite gibt Auskunft über die Projektleitung, die Expertengruppen und deren Teilnehmer; "Newsletter" informieren über bisherige Aktivitäten (www.diamap.eu).

Äußerst wichtig für das Projekt ist die Recherche zur aktuellen Diabetesforschung und deren Förderung in Europa. Aussagekräftige Auswertungen dieser Datensammlung, wie sie bisher nicht zur Verfügung standen, werden wichtige Indikatoren geben, in welchem Umfang Diabetesforschung auf den unterschiedlichen Feldern betrieben wurde. Darüber hinaus wird es zum ersten Mal möglich sein, eine klare Übersicht über den Stand der Diabetesforschung in ganz Europa zu erhalten. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es jedoch der Beteiligung aller in der Diabetesforschung Tätigen, appelliert Prof. P. Halban [1].

Die von den Expertengruppen erarbeiteten "Road Maps" werden schließlich in einem Bericht zusammengefasst und sowohl der EU-Kommission, aber auch Forschung fördernden Organisationen, Universitäten und der Industrie Strategien an die Hand gegeben, um Schwachstellen zu eliminieren, Stärken herauszustellen und Möglichkeiten zur zielgerichteten Fortentwicklung der Diabetesforschung in Europa aufzuzeigen.

Jeder in der Diabetesforschung Tätige soll sich angesprochen fühlen, seinen Beitrag zu diesem Projekt zu leisten, indem er/sie die Fragebögen (www.diamap.eu) ausfüllt, um tatsächlich aussagekräftige Ergebnisse erzielen zu können, von denen schließlich alle profitieren werden.


Quelle: EURADIA / DIAMAP - Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Sarah Hills (Sarah.Hills@euradia.org) oder Regina Sautter (Regina.Sautter@diamap.eu).

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