Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
zurück

Angst vor der Spritze ...

"Herr Doktor, bitte stellen Sie mich bloß nicht auf Insulin um!" Nicht wenige Typ 2 Diabetiker reagieren mit Vorbehalten, Zweifeln oder auch Ängsten auf den Vorschlag, eine Insulintherapie zu beginnen. Die "Angst vor der Spritze" stellt nicht selten eine entscheidende Barriere für eine aus therapeutischer Sicht eigentlich sinnvolle Insulintherapie dar. Warum löst die Insulinspritze bei Typ 2 Diabetikern so häufig negative Gefühle aus?


Dr. phil. Dipl. Psych. Bernhard Kulzer, Fachpsychologe Diabetes (DDG), Psychologischer Psychotherapeut, Diabetes-Zentrum Mergentheim

Dr. phil. Dipl. Psych.
Bernhard Kulzer
Fachpsychologe Diabetes (DDG), Psychologischer Psychotherapeut, Diabetes-Zentrum Mergentheim

Wovor ein Mensch Angst hat, kann man ganz allgemein ganz gut erklären: Zumeist wird durch dieses Gefühl eine Bedrohung vor einem Zustand signalisiert, welcher als bedrohlich wahrgenommen wird, von dem man annimmt, dass er einen schädlichen Einfluss hat und den man nicht kontrollieren kann. Und: Das Gefühl der Angst entsteht oft nicht aufgrund eigener Erfahrungen, sondern aufgrund von Vorstellungen, Überlegungen oder Annahmen. Anders ausgedrückt: Angst entsteht sehr oft im Kopf und ist häufig nicht unbedingt logisch. Nicht selten werden tatsächliche Gefahren völlig unterschätzt und sehr unrealistische Gefahren absolut überschätzt. Trifft dies auch für die Insulintherapie bei Typ 2 Diabetikern zu?

Wir wollten es genau wissen und befragten in unserer Klinik per Interview Typ 2 Diabetiker über ihre Ängste, Vorbehalte bezüglich einer Insulintherapie. Die Antworten verdeutlichen recht eindrücklich, dass eine ganze Reihe unterschiedlichster Beweggründe die Angst vor der Spritze begründen. Natürlich ist die Angst vor der Insulintherapie bei jedem Menschen anders ausgeprägt. Trotzdem will ich versuchen, im folgenden einige häufiger genannte Gründe der befragten Patienten anhand einiger prägnanten Äußerungen darzustellen und Ihnen ein paar Tipps, Möglichkeiten aufzeigen, wie man mit diesen Befürchtungen umgehen könnte. Vielleicht finden Sie sich ja in einer der folgenden Meinungen wider?


Hier eine Übersicht über diesen Artikel:


Insulininjektion

Krankheitserleben

Endgültigkeit der Therapieentscheidung

Zwänge

Überforderung

Nebenwirkungen

Angst vor der Nadel

Schmerzen

Als Therapeutikum gegen die Angst vor dem Insulin ist zu empfehlen


Krankheitserleben

"... wenn ich Insulin spritze, habe ich nicht mehr einen "leichten" sondern einen "schweren" Diabetes"
"... wenn ich erst einmal spritze, dann kann ich nicht mehr einfach so leben wie ich will - dann bin erst richtig krank"

In den Antworten dieser Diabetiker spiegelt sich eine in der Öffentlichkeit weit verbreitete Meinung wider, nachdem der Typ 2 Diabetes "nur" eine milde Alterserkrankung sei. Gerade der medikamentös behandelte Typ 2 Diabetes wird eher als der "leichte" Diabetes aufgefasst, während die Insulinierung quasi den Übergang zu einem "schweren" - da schwieriger zu behandelnden - Diabetes kennzeichnet. Die Insulinspritze wird nach der Auffassung dieser Patienten oft mit dem Typ 1 Diabetes gleichgesetzt, welcher gemeinhin - in der Meinung der Bevölkerung - als die ernsthaftere Form der Erkrankung angesehen wird. Da der Typ 2 Diabetes in dem ersten Stadium ohne weiteren Folge- oder Begleiterkrankungen keine ernsthaften Symptome erzeugt und auch die Einnahme der Medikamente relativ einfach ist, wurde von einigen der Befragten daher eine mögliche Insulintherapie als größte diabetesspezifische Belastung angesehen: Als wäre es jetzt gleichsam amtlich, dass der Diabetes keinen Zustand, sondern tatsächlich eine Krankheit darstellt!

Jedoch: Viele Menschen denken, dass es sich beim nichtinsulinpflichtigen Typ 2 Diabetes um eine eher leichtere, mildere Form des Diabetes handelt, während eine Insulinpflicht quasi eine eher ernsthaftere Form der Diabeteserkrankung begründet. Dies stimmt so sicher nicht! Der Schweregrad des Diabetes ergibt sich - natürlich in Abhängigkeit vom Lebensalter - vielmehr aus den Akut- und Folgekomplikationen des Diabetes, welche durch eine gute Blutzuckereinstellung vermieden werden können. Und leider können diese Komplikationen Typ 2 Diabetiker genauso bekommen wie Typ 1 Diabetiker. Oder anders ausgedrückt: Mit einem "gut" eingestellten Diabetes haben Sie viel eher die Möglichkeit, die gefürchteten Folgen des Diabetes zu vermeiden, als mit einem "schlecht" eingestellten Diabetes. Wenn mit Tabletten keine gute Blutzuckereinstellung erzielt werden kann, so lässt sich dieses Ziel in der Regel mit einer zusätzlichen Insulingabe viel besser erreichen. Eine gute Stoffwechseleinstellung verhindert gerade, dass sie wegen dem Diabetes richtig krank werden!

Endgültigkeit der Therapieentscheidung


unterschiedliche Pens zur Insulininjektion

"... einmal Insulin immer Insulin - vom Insulin ist man dann bis zu seiner letzten Stunde abhängig"
"... wenn mich mein Doktor erst einmal auf Insulin umgestellt hat, gibt es für mich keine andere Therapieform mehr"

"Wenn ich auf Insulin umgestellt werde, bedeutet dies für mich, dass ich dann ein Leben lang insulinpflichtig bleibe?" Dies ist eine häufig gestellte Frage, die Patienten bewegt, wenn Sie vor der Entscheidung stehen, ob Sie als Typ 2 Diabetiker Insulin spritzen sollen. Aus den Antworten mancher Patienten werden Ängste deutlich, die Entscheidung für diese Therapieform - frei nach dem Motto "Einmal ja gesagt, heißt immer ja!" - nicht mehr rückgängig machen zu können. Dies erklärt auch das Zögern einiger Patienten, die im Gespräch angaben, nicht genau zu wissen, welche Konsequenzen ihre Entscheidung habe und die Vorstellung hatten, diese Entscheidung für Insulin dann nicht mehr korrigieren zu können. Für diese Patienten weist eine Insulintherapie nicht den Charakter einer - auch prinzipiell wieder revidierbaren - Behandlungsoption auf, sondern eher den einer endgültigen, lebenslangen Behandlungsform.

Obwohl die allermeisten Typ 2 Diabetiker tatsächlich lebenslang diese Therapieform auch beibehalten, bedeutet dies keineswegs, dass es nicht auch die Möglichkeit gibt, mit einer anderen Therapieform eine gute Blutzuckereinstellung zu erlangen. So kann eine erfolgreiche Übergewichtsreduktion oder auch ein Veränderung der Medikation (z.B. Cortison) dazu führen, dass auch ohne Insulin wieder eine gute Blutzuckereinstellung erreicht werden kann. Auch während eines hartnäckigen Infektes oder einer langwierigen Operation kann es sinnvoll sein, nur vorübergehend (passager) Insulin zu spritzen. Die Insulinbehandlung ist somit nicht schicksalhaft die letzte Behandlungsoption des Diabetes! Außerdem: Probieren geht über Studieren! Was halten Sie denn davon, innerhalb eines begrenzten Zeitraums (z.B. 1 Woche) sich selbst ein Bild davon zu machen, wie schwierig und aufwendig diese Therapieform ist und ob mit Insulin auch tatsächlich eine Verbesserung Ihrer Blutzuckerwerte zu erreichen ist? Danach können Sie erneut - jetzt aber auf der Basis Ihrer Erfahrungen - gemeinsam mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin überlegen, ob Sie mit dieser Therapieform zurecht kommen, diese weiterführen wollen oder diese für Sie überhaupt nicht in Frage kommt.

Zwänge

"... das regelmäßige Insulinspritzen empfinde ich wie ein Korsett, das mich einschnürt"
"... wenn ich Insulin spritze, bin ich zeitlich eingeschränkt und muss vielmehr auf mein Essen achten, als bisher"

Nicht wenige der von uns befragten Patienten mit Ängsten vor der Insulintherapie gaben Befürchtungen an, dass diese Therapieform sie weitaus mehr im Leben einschränke als ihre bisherige Behandlung und mit einem Verlust an Lebensqualität verbunden sei. Sie befürchteten, noch mehr beim Essen auf die Zusammensetzung der Nahrungsmittel achten zu müssen, durch das Spritzen und Messen zeitlich eingeschränkt zu sein und hatten Angst, dass alltägliche Dinge wie Feste und Feiern, Ausschlafen oder in Urlaub zu fahren plötzlich komplizierter würden.

Gerade als nichtinsulinpflichtiger Typ 2 Diabetiker haben Sie wahrscheinlich auch schon die Erfahrung gemacht, dass bei besonderen Anlässen im Leben - sei es erfreulichen wie z.B. Einladungen, Empfängen, Feiern - oder auch weniger erfreulichen wie z.B. fiebrigen Erkrankungen - es mit einer rein diätetischen oder medikamentösen Therapieform doch recht schwer fällt, den Blutzucker zu steuern. Insulin ist gerade in diesen Situationen oft die effektivere Therapievariante, um auf besondere Bedürfnisse (z.B. dem Wunsch mehr zu essen) oder Ereignisse (z.B. Blutzuckerentgleisung wegen eines fiebrigen Infekts) zu reagieren und den Blutzucker zu normalisieren. Nicht wenige Typ 2 Diabetiker mit Insulin sagen: Mit einer Insulintherapie ist es viel einfacher, die individuellen Lebensgewohnheiten mit dem Ziel einer guten Blutzuckereinstellung zu vereinbaren. Außerdem: Informieren Sie sich über moderne Formen der Insulintherapie. Sie werden merken, dass viele Verbote (z.B. bezüglich der Ernährung) oder unnötigen Einschränkungen (z.B. absolut pünktliches Insulinspritzen) heutzutage nicht mehr gelten.

Überforderung

"... Insulinspritzen ist viel komplizierter als Tabletten zu einzunehmen"
"... Ich glaube nicht, dass ich die Regeln der Insulintherapie verstehe"

Viele nichtinsulinpflichtige Typ 2 Diabetiker haben den Eindruck, daß die medikamentöse Therapie relativ einfach zu handhaben sei. Nicht umsonst wird diese Therapieform von einigen Fachleuten auch als die "Therapie der Bequemlichkeit" bezeichnet. Hingegen äußerten Sie Befürchtungen, eine mögliche Insulintherapie würde die Behandlung verkomplizieren oder sie auch überfordern. Es zeigte sich bei der Befragung allerdings auch, dass diese Typ 2 Diabetiker oft nur sehr ungenaue Vorstellungen von der Insulintherapie hatten.

Es ist sicher richtig, dass die Insulintherapie eine Umstellung, ein Umdenken erfordert. Zweifelsohne ist es einfacher eine Tablette zu schlucken, als Insulin zu spritzen. Mittlerweile gibt es jedoch Hilfsmittel - wie z.B. eine Vielzahl unterschiedlicher Insulinpens - die das Insulinspritzen sehr vereinfachen. Das Aufziehen der Insulinspritze entfällt mit einem Pen, die Wahl der Insulineinheiten ist sehr einfach und die Handhabung des Pens sicher. Tröstlich: Studien zeigen, dass die Angst vor der Spritze und der Überforderung vor der Insulintherapie schon bald wieder verschwindet. Nach einer gewissen Zeit der Übung stellt für die meisten Menschen das Insulinspritzen keine große Belastung mehr da, sondern ist zu einer Gewohnheit geworden.
Zudem: Eine gute Schulung über die Handhabung der Insulintherapie sollte unbedingt die Basis jeder Insulinbehandlung darstellen. Schließlich müssen Sie ja im Alltag die wesentlichen Therapiemaßnahmen eigenverantwortlich durchführen! Häufig verschwinden die Ängste vor dem Insulin durch eine sachgerechte Schulung, in der auch die Möglichkeit zum praktischen Ausprobieren der Therapieform besteht, in der die Vor- und möglichen Nachteile der Insulintherapie gleichermaßen besprochen werden und zudem genügend Raum bleibt, sich mit anderen insulinpflichtigen Typ 2 Diabetikern auszutauschen. Eine Schulung sollte daher vor der Umstellung auf Insulin ein "absolutes Muss" darstellen!

Nebenwirkungen

"... wenn ich Insulin spritze, besteht ständig die Gefahr eines Unterzucker - außerdem habe ich gehört, dass man mit Insulin zunimmt"
"... mit dem Insulinspritzen ist auch verbunden, dass ich mich regelmäßig in den Finger stechen muss, um den Blutzucker zu messen"

Als wesentliche Barriere der Insulintherapie stellte sich in der Befragung die Angst vor Unterzuckerungen und deren möglichen Folgen dar. Gerade sehr ängstliche Personen, aber auch alleinstehende Personen äußerten diese Befürchtungen. Aber auch andere mögliche Nebenwirkungen bzw. Begleiterscheinungen der Insulintherapie wie z.B. der Zwang zur Blutzuckerselbstkontrolle oder eine Gewichtszunahme wurden genannt.

"Jed Ding hat zwei Seiten" - dies gilt auch für die Insulintherapie, die nicht nur Vor- sondern auch Nachteile aufweist. Als wesentliche unerwünschte Nebenwirkung können Unterzuckerung auftreten. Diese können zwar auch bei einer Therapie mit Sulfonylharnstofftabletten vorkommen, aber das Unterzuckerungsrisiko ist bei einer Insulintherapie doch deutlich höher. Manche Menschen klagen auch darüber, dass Sie mit dieser Therapieform mehr Schwierigkeiten haben, Gewicht zu reduzieren beziehungsweise Gewicht zunehmen. Auch dies kann durchaus eine Begleiterscheinung einer Umstellung auf Insulin sein. Unterzuckerungen wie auch eine Gewichtszunahme sind jedoch keineswegs automatische Konsequenzen dieser Therapieform, sondern hängen im starken Maße davon ab, wie gut Sie über den Diabetes und die Insulintherapie geschult sind und diese im Alltag richtig handhaben. Ihr eigenes Verhalten bestimmt somit zum größten Teil, ob diese Nebenwirkungen auftreten. Bedenken Sie dies bei Ihrer Entscheidung, wenn Sie abwägen wie gewichtig diese möglichen Nachteile im Vergleich zu den Vorteilen der Insulintherapie (z.B. bessere Blutzuckerwerte) für Sie sind!

Angst vor der Nadel

"... wenn ich die Spritze schon sehe, bekomme ich einen Schweißausbruch"
"... ich müsste mich sehr überwinden, damit ich die Nadel überhaupt in die Hand nehme"

Für einige wenige - viel weniger als man landläufig bei diesem Thema vermutet - der von uns befragten Patienten war die Angst vor der Nadel der Hauptgrund für ihre ablehnende Haltung zur Insulintherapie. Bei einigen Typ 2 Diabetiker war die Angst so massiv, daß alleine das Reden über die Insulinspritze schon ausreichte, um massive Angstreaktionen auszulösen. Bei anderen Patienten kam die Angst nach ihren Angaben erst, wenn sie die Nadel sahen oder sie berührten. Erinnern Sie sich: Ein Merkmal von Angst besteht darin, dass Ängste sich häufig primär im Kopf abspielen. Oft ist alleine schon die Vorstellung, was möglicherweise passieren könnte, so ängstigend, dass automatisch eine innere Verkrampfung einsetzt und diese dazu führt, dass überhaupt keine aktiven Versuche unternommen werden, sich wirklich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Die Hälfte aller Patienten, die diese Form der Angst vor der Insulinspritze angaben, hatten das Insulinspritzen tatsächlich auch noch nie ausprobiert.

Bei der Therapie der Angst gilt ein Grundsatz, der heißt: "Lieber aktiv etwas tun, als nur passiv darüber zu reden". Das wusste schon Freiherr von Goethe, der sich auf diese Art von seinen Ängsten selbst befreite. Probieren Sie daher nach Möglichkeit in einer möglichst angstfreien Atmosphäre (z.B. nicht in der Gegenwart anderer Personen) mit einer kompetenten Unterstützung (z.B. einer Person Ihres Vertrauens) das Spritzen aus. Bei der Therapie von Ängsten ist nichts heilsamer, als möglichst viele positive Erfolgserlebnisse zu haben. Untersuchungen weisen daraufhin, dass die Angst vor der Insulinspritze zumeist nach mehrmaligen Üben relativ rasch verschwindet. Zögern Sie nicht, einen fachkundigen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen, wenn die Angst vor der Spritze sich als sehr massiv erweist (spezifische Phobie). Engumschriebene Ängste sind zumeist in einem relativ kurzen Zeitraum erfolgreich zu behandeln.

Schmerzen

"... ich habe Angst, dass das Insulinspritzen brennt oder weh tut"
"... beim Spritzen verkrampfe ich mich so, dass das Spritzen immer schmerzt"

Befürchtungen, die Insulininjektion verursache Schmerzen, war der Grund für die Skepsis einer weiteren Gruppe von Patienten, die der Insulintherapie ablehnend gegenüberstand. Häufig wurde hier Erfahrungen vom Blutabnehmen, dem Impfen oder der Behandlung anderer Erkrankungen auf das Insulinspritzen übertragen. Andere Patienten hatten bereits tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ihnen das Spritzen Schmerzen verursachte.

Im Gegensatz zu üblichen Spritzen (z.B. zum Blutabnehmen) sind die Nadeln der Insulinspritze viel feiner geschliffen. Zudem sollte man wissen, welche Stellen des Körpers eher schmerzempfindlich bzw. schmerzunempfindlich und daher unterschiedlich gut für das Spritzen geeignet sind. Schmerzen beim Spritzen sind häufig auch eine Folge einer starken Anspannung der Muskulatur. Stellen Sie sich bloß einmal vor; Sie würden Ihre Bauchmuskulatur anspannen und dann versuchen zu spritzen! Je angespannter Ihr Körper ist, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Spritzen auch weh tut. Versuchen Sie daher, sich bei starker Anspannung vor dem Spritzen entweder abzulenken oder aktiv zu entspannen. Hierzu existieren eine Reihe von gut bewährten Entspannungsverfahren.


Die Aufzählung der verschiedenen Probleme rund um die Spritze ist sicher nicht vollständig, zeigt aber auch, wie vielschichtig die Ängste vor der Spritze sein können. Ich hoffe Sie haben auch ein wenig den Eindruck gewonnen, dass diese Ängste keine unüberwindbare Barriere darstellen müssen!

Als Therapeutikum gegen die Angst vor dem Insulin ist zu empfehlen:

• Setzen Sie sich mit Ihrer Krankheit auseinander!
• Besuchen Sie eine Schulung, um die wesentlichen Informationen, die Sie für eine Entscheidung der für Sie richtigen Therapieform benötigen, zu bekommen!
• Probieren Sie die Insulintherapie zumindest probehalber aus, bevor Sie sich dagegen entscheiden!
• Entscheiden Sie sich aktiv für Ihre Therapieform, denn selbstgewählte Entscheidungen sind tragfähiger, als wenn Sie zu etwas überredet, nicht aber überzeugt wurden.


Dr. Dipl. Psych. Bernhard Kulzer, Fachpsychologe Diabetes (DDG), Psychologischer Psychotherapeut, Diabetes-Zentrum Mergentheim

Dieser Beitrag wurde zuletzt im Januar 2005 aktualisiert

zurück