Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
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Warum es sich lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören

In Deutschland rauchen 5,9 Millionen Frauen und 9 Millionen Männer regelmäßig bzw. stark (Mikrozensus 1999). 33 Prozent von Ihnen haben den ernsten Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, und viele schaffen es auch: So ist mit 40 etwa ein Drittel derjenigen, die jemals geraucht haben, wieder Nichtraucher.

Das können auch Sie schaffen!
Nehmen Sie Ihre Chance wahr!



Zigarettenkippen


Was macht das Rauchen so gefährlich? Welche Risiken gehen Raucher ein?

Tabakrauch enthält mehr als 4000 Chemikalien, darunter über 40 krebserzeugende Substanzen und zahlreiche giftige Stoffe, wie beispielsweise Formaldehyd. Mehr als 25 Krankheiten und Todesursachen sind unter anderem auf die Wirkung dieser Substanzen zurückzuführen, darunter:

  • Kurzatmigkeit und Verstärkung von Asthma
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz und erhöhte Blutdruckwerte
  • Impotenz und Unfruchtbarkeit
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Lungenkrebs und andere Krebsarten (Kehlkopf, Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Harnblase, Gebärmutter, Leukämie)
  • Chronische Atemwegserkrankungen (chronische Bronchitis und Emphysem)

Jedes Jahr verursacht das Rauchen weltweit 3,5 Millionen Todesfälle. Dies sind 10 000 Tote jeden Tag.

In Deutschland rauchen 5,9 Millionen Frauen und 9 Millionen Männer regelmäßig bzw. stark (Mikrozensus 1999). 33 Prozent von Ihnen haben den ernsten Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, und viele schaffen es auch: So ist mit 40 etwa ein Drittel derjenigen, die jemals geraucht haben, wieder Nichtraucher.

Das können auch Sie schaffen! Nehmen Sie Ihre Chance wahr!

Ihre Chance auf eine erfolgreiche Raucherentwöhnung vergrößern Sie, wenn Sie folgendes in Anspruch nehmen:

  • Ärztliche Beratung
  • Medikamentöse Hilfen, Nikotinpflaster oder Nikotin-Kaugummi
  • Die Unterstützung Ihrer Familie und Freunde
  • Und die Raucher-Beratungstelefone

Was haben Raucher zu erwarten, wenn sie mit dem Rauchen aufhören?

  • 20 Minuten nach der letzten Zigarette gleicht sich die Herzschlagfrequenz und die Körpertemperatur derjenigen des Nichtrauchers an
  • Schon 8 Stunden nach der letzten Zigarette hat sich das Kohlenmonoxid in den Blutbahnen verflüchtigt und dem Sauerstoff Platz gemacht
  • Schon einen Tag nach dem Rauchstop wird das Herzinfarktrisiko kleiner
  • Zwei Tage nach dem Rauchstop verfeinert sich der Geruchs- und Geschmackssinn, drei Tage nach der letzten Zigarette bessert sich die Atmung merklich
  • Die Lungenkapazität kann sich nach 3 Monaten um bis zu 30% erhöhen
  • Ein Jahr nach dem Rauchstop ist das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße nur noch halb so groß
  • Zwei Jahre nach dem Rauchstop ist das Herzinfarktrisiko auf fast normale Werte abgesunken
  • 10 Jahre nach dem Rauchstop ist das Lungenkrebsrisiko fast gleich groß wie bei echten Nichtrauchern
  • 15 Jahre nach dem Rauchstop ist das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen so, als hätte man nie geraucht

(Quelle: American Cancer Society)

Die Vorteile einer Aufgabe des Rauchens sind neben den genannten gesundheitlichen Aspekten zahlreich:

  • Gesundheit und körperliches Wohlbefinden
  • verfeinerter Geschmacks- und Geruchssinn
  • positives und attraktives Selbstbild
  • frischer und lebendiger Atem
  • frische Luft in der Wohnung und im Auto
  • weniger Streß-Symptome

  • und nicht zuletzt: mehr Geld

Finden Sie Ihren ganz persönlichen Grund für einen Rauchstopp heraus


Hier einige Tipps, die Ihnen bei der Aufgabe des Rauchens helfen können:

Legen Sie ein Datum fest
und dabei bleibt es! Die meisten Raucher, die es geschafft haben, haben von einem Tag auf den anderen aufgehört - und nicht Schritt für Schritt

Beschäftigen Sie sich
dann fällt es leichter, nicht ans Rauchen zu denken! Entsorgen Sie Ihre Rauchutensilien wie Zigarettenschachteln, Feuerzeuge und Aschenbecher

Bitten Sie um Unterstützung!
Sagen Sie Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten, dass Sie aufhören wollen

Trinken Sie möglichst viel!
Halten Sie stets ein Glas verdünnten Saft oder Wasser bereit und nippen sie ab und zu daran. Wechseln Sie auch mal die Geschmacksrichtungen.

Bewegen Sie sich!
Laufen Sie, statt den Bus oder das Auto zu nehmen. Steigen Sie die Treppen, statt den Lift zu benutzen. Körperliche Aktivität wirkt entspannend und hebt die Stimmung und ist außerdem gut für die Linie

Keine Angst vor Gesichtszunahme
Wer bewusst ist und auf fettreiche "Kalorienbomben" verzichtet, hat nicht viel zu befürchten. Essen Sie zwischendurch viel Obst und Gemüse wie Karotten, Paprika und Gurken. Zuckerfreier Kaugummi schmeckt auch gut.

Positiv denken!
Jeder Tag ohne Zigarette ist zählt und ist Ihr Erfolg. Entzugserscheinungen können unangenehm sein, aber sie sind auch ein Zeichen dafür, dass der Körper sich von den Auswirkungen des Tabakkonsums erholt. Zunächst sind erhöhte Empfindlichkeit, das Verlangen zu rauchen und schlechtere Konzentrationsfähigkeit eher normal - machen Sie sich nichts daraus, denn diese Begleiterscheinungen verschwinden nach kurzer Zeit

Verändern Sie Ihren Alltag
meiden Sie den Ort, an dem Sie bisher Zigaretten besorgt haben. Vielleicht wird es auch nötig sein, zunächst Kneipen zu meiden oder Aufenthaltsräume, in denen viel geraucht wird. Suchen Sie nach neuen Wegen und überraschen Sie sich dabei selbst!

Keine Ausreden
Eine Krise oder auch eine gute Nachricht ist keine Entschuldigung dafür, "nur die eine Zigarette" zu rauchen. Die eine gibt es nicht, Sie werden noch eine wollen und noch eine...

Vergessen Sie nicht, sich auch mal zu verwöhnen!
Sparen Sie das Geld, das Sie sonst für Zigaretten ausgegeben haben und kaufen Sie sich etwasbesonderes dafür - etwas, das Sie sich sonst nicht leisten würden.

Erleben Sie jeden Tag im vollen Bewußtsein, dass Sie frei sind und Zigaretten nicht mehr nötig haben
Nehmen Sie sich einen Tag nach dem anderen vor. Jeder Tag ohne Zigaretten tut Ihnen selbst, Ihrer Gesundheit, Ihrer Familie und Ihrer Geldbörse gut!

(Quelle: Quit, London und "10 Tipps zur Raucherentwöhnung: Alles kann man lernen - auch Nichtraucher")


Welche Medikamente können bei der Entwöhnung vom Rauchen helfen?

Alle drei bisher in Deutschland verfügbaren Nikotinprodukte (Nikotinkaugummi, Nikotin-Nasal-Spray, Nikotinpflaster) liefern in etwa dieselben Ergebnisse.
Es gibt Hinweise, dass für stark abhängige Raucher die Kombination von unterschiedlichen Produkten effektiv ist. Die Kosten für die Therapie entsprechen etwa den Kosten der sonst in dieser Zeit gerauchten Zigaretten.

Was sollten Sie zur Unterstützung der Rauchentwöhnung mit Medikamenten (sog. Nikotintherapeutika) wissen?

Für weiterführende Informationen stehen Ärzte und Apotheker zur Verfügung.

  1. Klinische Untersuchungen haben ergeben, dass Nikotinsubstitution die Erfolgschancen von entwöhnungswilligen Rauchern verdoppeln
  2. Nikotintherapeutika sind keine Wundermittel. Sie bieten keinen Ersatz für Zigaretten, und sie ersetzen nicht den eigenen Aufhörwillen. In der Entzugsphase vermindern Nikotintherapien das Verlangen nach Zigaretten und eventuelle Entzugssymptome
  3. Nikotintherapeutika geben Nikotin zwar langsamer und weniger befriedigend ab, aber auch sicherer und weniger suchterzeugend als Zigaretten und sie enthalten - anders als Zigarettenrauch - keinen Teer, kein Kohlenmonoxid und keine krebserregenden Substanzen
  4. Nikotintherapeutika mildern Entzugssymptome wie Verstimmung, Nervosität und Rauchverlangen, ohne diese allerdings gänzlich auszulöschen
  5. Nikotintherapeutika verursachen nur bei sehr wenigen Personen süchtiges Verhalten
  6. Die besten Ergebnisse mit Nikotintherapeutika werden erzielt, wenn sie in ausreichender Stärke und Zeitdauer eingesetzt werden. Wichtige Hinweise sind im Beipackzettel enthalten.

Für weitere Informationen und Hilfe steht Ihnen sicher gerne Ihr Hausarzt zur Verfügung.


Dr. med. Melanie Stapperfend, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut, Düsseldorf

Antworten aus der WHO-Broschüre "Raucherentöhnung leichter gemacht - Empfehlungen für Gesundheitsberufe" und "10 Tipps zur Raucherentwöhnung: Alles kann man lernen - auch Nichtraucher!"

Mit freundlicher Genehmigung des WHO-Partnerschaftsprojektes Tabakabhängigkeit
c/o Bundesvereinigung für Gesundheit e. V. Bonn

Dieser Beitrag wurde inhaltlich zuletzt im Februar 2003 aktualisiert

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