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Einleitung zum Thema Ernährung

Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Ernährung für Personen mit Diabetes nicht nur ein genussvolles Essen und Trinken ermöglicht, sondern auch als gezielte Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung des Diabetes mellitus und seiner chronischen Komplikationen nutzbar gemacht werden kann.





Foto: DAK/Wise

Erkenntnisse nutzen

Die von den Fachgesellschaften herausgegebenen Ernährungsempfehlungen für Personen mit Diabetes basieren auf der aktuellen Datenlage. Nun gilt es, die Erkenntnisse in der Ernährungstherapie von Personen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes umzusetzen.
Die Zahl der Personen mit Diabetes nimmt zu. Schätzungen zufolge werden derzeit allein in Deutschland rund sechs Millionen Menschen mit Typ 2 Diabetes behandelt. Hinzu kommt die Anzahl der Menschen mit unerkanntem Diabetes, auch Dunkelziffer genannt, die sehr viel höher ist, als bisher angenommen.
Gerade zu Beginn der Erkrankung sind es zumeist ungünstige Lebensstilfaktoren, die es zu verändern gilt und die entscheidend das Schicksal des Diabetikers mitbestimmen. Es gilt als erwiesen, dass die Vermeidung von Übergewicht eine Möglichkeit ist, das Risiko zur Entwicklung eines Typ 2 Diabetes zu vermindern. Insbesondere Familien mit entsprechender Veranlagung sollten frühzeitig in Gesundheitsprogramme aufgenommen werden, um das Auftreten von Typ 2 Diabetes bei weiteren Verwandten, wie Geschwistern und Kindern zu vermeiden.

Eine Steigerung der körperlichen Aktivität und eine kalorienbegrenzte Ernährung sind geeignete Maßnahmen, um das Risiko des Fortschreitens einer herabgesetzten Insulinempfindlichkeit zu einer herabgesetzten Glukosetoleranz und letztendlich zum Vollbild des Typ 2 Diabetes zu vermindern. Zusätzlich weisen epidemiologische Studien darauf hin, dass komplettes Stillen während der ersten Lebensmonate das Risiko der Kinder für die Entstehung eines Typ 1 Diabetes verringern kann.


Ernährungstherapie bei Diabetes ist mehr als die Empfehlung zu einer gesunden Ernährung

Die Ernährungsberatung einer Person mit Diabetes soll neben den Empfehlungen für eine kaloriengerechte Kost alle Prinzipien für die Nahrungsaufnahme umfassen, von denen für den einzelnen Patienten gesundheitsfördernde bzw. gesundheitserhaltende Wirkungen zu erwarten sind. Obgleich die allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Allgemeinbevölkerung herausgegeben werden, auch für Personen mit Diabetes Gültigkeit haben, lassen sich zusätzliche ernährungstherapeutische Möglichkeiten gezielt einsetzen, um einer Person mit Diabetes den größtmöglichen Gewinn für seine Stoffwechselkompensation und die Vermeidung zusätzlicher Risiken und Folgeschäden des Diabetes zukommen zu lassen.

Neue Erkenntnisse hierzu sind in erster Linie verfügbar für die notwendige Eiweißbegrenzung, speziell wenn ein Bluthochdruck vorliegt, für die Rolle verschiedener ungesättigter Fette, für die Bedeutung von Lebensmitteln mit niedrigem Glykämischen Index, für die Zufuhr von Ballaststoffen und für mögliche das Herz schützende Effekte von antioxidativ wirksamen Nahrungsbestandteilen. Daraus ergeben sich gegebenenfalls abweichende Empfehlungen für die Aufnahme der Nährstoffe im Vergleich zu denen, die der Allgemeinbevölkerung empfohlen werden (Siehe Tabelle).

Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr von Diabetikern
Kohlenhydrate 45-60% der täglichen Kalorien

Lebensmittel, die Ballaststoffe enthalten und/oder einen niedrigen Glykämischen Index haben, bevorzugen, Vollkornprodukte bevorzugen,
Zucker bis zu 10% der täglichen Energie möglich

 
Fett 25-35% der täglichen Kalorien
Gesättigte Fette und Transfette begrenzen

< 10% der täglichen Kalorien

Mehrfach ungesättigte Fette begrenzen < 10% der täglichen Kalorien
Einfach ungesättigte Fette bevorzugen 10-20% der täglichen Kalorien
Omega-3-Fettsäuren einplanen  
Nahrungscholesterin begrenzen < 300 mg/Tag (bei erhöhtem LDL-Cholesterin noch weniger)
Eiweiß 10-20% der täglichen Kalorien
(bei Mikroalbuminurie Begrenzung auf 0,8 g/kg Normgewicht)  


Eine ausgewogene vollwertige Mischkost wird empfohlen

Manche Menschen meinen, dass sie eine Diabetes-Diät im Supermarkt, im Reformhaus oder in der Apotheke einkaufen könnten und sich dann nicht weiter um ihre Ernährung kümmern müssten. Sie wissen noch nicht, dass sie eine große Vielfalt üblicher Lebensmittel und Speisen genießen können, ohne dass dies ihrer Gesundheit schaden muss.

Personen mit Diabetes sollten viel über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln kennen lernen und ihren Arzt bzw. die Diätassistentin bei Unkenntnis um Rat fragen, welche Lebensmittel sie bevorzugt essen sollten und welche Speisen und Getränke eher selten oder nur in kleinen Portionen verzehrt werden sollten. Auch über geeignete Mengen und eine günstige Verteilung der Mahlzeiten sollten Personen mit Diabetes kompetente Beratung in der Ernährungsschulung erhalten. Jede Person mit Diabetes benötigt einen persönlich abgestimmten Rat, damit der gestörte Stoffwechsel ausgeglichen werden kann. Wunderdiäten gibt es nicht. Die ideale Ernährung für eine Person mit Diabetes unterscheidet sich generell nicht von den Ernährungsempfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Allgemeinbevölkerung.

Verbot für spezielle Diabetiker-Lebensmittel

"Zur besonderen Ernährung bei Diabetes mellitus im Rahmen eines Diätplanes". Wer kennt diesen Satz nicht. In dieser Form konnte man es auf Verpackungen von Lebensmitteln, die speziell für Personen mit Diabetes produziert sind, bisher lesen. Damit ist seit dem 24. September 2010 Schluss. Nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren, also bis Ende 2012, dürfen Lebensmittel nicht mehr als spezielle Diabetikerkost produziert und gekennzeichnet werden. Allerdings verschwinden die speziellen Diabetikerlebensmittel erst mit dem Abverkauf der produzierten Ware und dem Ablauf ihres Mindesthaltbarkeitsdatums endgültig aus den Regalen. Weitere Informationen zum Thema Lebensmittel für Personen mit Diabetes lesen Sie hier.

 

Dieser Beitrag wurde inhaltlich zuletzt im Februar 2012 aktualisiert

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