Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
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Wie können Sie sich vor Zahnfleischentzündungen schützen?

Antwort von Claudia Lenden, Diabetesberaterin und Dr. Lutz U. Bellmann, Zahnarzt in Düsseldorf, August 2001:

  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre tägliche Zahnpflege. Putzen Sie mindestens 2 mal täglich, morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen, gründlich Ihre Zähne. Ob Sie eine elektrische oder eine "normale" Zahnbürste benutzen, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist die richtige Zahnputztechnik entscheidend. Fragen Sie Ihren Zahnarzt danach!

  • Für bewegungseingeschränkte Menschen bietet die elektrische Zahnbürste mit oszillierender Bürste oft eine gute Alternative. Seit kurzer Zeit sind auch elektrische Zahnbürsten auf dem Markt, die nach dem "Ultraschall-Prinzip" arbeiten. Hierbei wird die Putzbewegung nicht mehr durch einen Motor, sondern durch hochfrequente Schallschwingungen erzeugt. Diese Geräte sind in ihrer Putzwirkung den anderen Bürsten mindestens ebenbürtig.

  • Zahnpasta mit zugesetztem Fluor "härtet" (=remineralisiert) den Zahnschmelz und beugt so Karies vor.

  • Einmal pro Woche sollten Sie ein spezielles hochdosiertes Fluoridgel, das in Apotheken erhältlich ist, benutzen. Ebenfalls zur täglichen Anwendung bewährt haben sich fluoridhaltige Spüllösungen, die neben der Schmelzhärtung auch die Bildung von neuen Belägen verzögern. Fragen Sie Ihren Zahnarzt oder Apotheker danach!

  • Säubern Sie die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder, noch effektiver, mit speziellen Zahn-Zwischenraumbürsten, die es in diversen Größen und Stärken ebenfalls in der Apotheke oder im gut sortierten Drogeriemarkt zu kaufen gibt.. Auch eigens für diesen Zweck angefertigte "Zahnhölzer" können bis zu einem gewissen Grad die Zwischenräume reinigen. Bitte niemals normale "Zahnstocher" benutzen, sie haben auf Grund ihrer Form nur geringe Reinigungswirkung und führen schnell zu folgenschweren Verletzungen des Zahnfleisches!

  • Desinfizierende Mundspüllösungen können helfen, die schädlichen Bakterien zu bekämpfen. Diese sollten Sie aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt anwenden, da der unkontrollierte Gebrauch dieser Lösungen im individuellen Fall und vor allem auf Dauer Ihre normale physiologische (=gesunde) Mundflora schädigen und starke Verfärbungen der Zähne hervorrufen kann.

  • Mundduschen sind zwar geeignet, aus schwer zugängliche Stellen grobe Partikel zu entfernen, haben allerdings einige Nachteile: In der Spüllösung und im Schlauch können sich pathogene (=krank machende) Keime ansiedeln, auch können bei bestehender Zahnfleischentzündung durch den Wasserdruck solche Keime in die Blutbahn gepresst werden. Das wesentliche Problem jedoch ist, dass sie nur grobe Partikel entfernen und nicht die weichen Beläge, die sich im Laufe des Tages auf der Zahnoberfläche bilden, beseitigen. Diese sind nach wenigen Stunden so zäh-klebrig auf dem Zahnäußeren aufgelagert, dass selbst ein starker Strahl sie nicht entfernt.

  • Benutzen Sie nach jeder Mahlzeit (auch Zwischenmahlzeit) ein Zahnpflegekaugummi ohne Zucker, um die schädlichen Säuren zu neutralisieren. Wenn Sie auf der Verpackung das "Zahnmännchen" entdecken, können Sie sicher sein, dass dieses Produkt mit Zuckeraustauschstoffen

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