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Was passiert bei der Entzündung der Inseln, und warum sterben dabei insulinproduzierende Betazellen ab?

Antwort von Prof. Dr. rer. nat. Hubert Kolb, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf, Juli 2002:

Zu Beginn der Inselentzündung werden weiße Blutkörperchen (Lymphozyten, Monozyten/Makrophagen) angelockt, die sich im Gewebe der Inseln festsetzen und sich vermehren. Aus nicht bekanntem Grunde reagieren die Immunzellen dann so, als ob lokal in der Insel ein schwerer Infekt zu bekämpfen wäre. Sie produzieren eine Vielzahl von Abwehrstoffen wie Sauerstoffradikale, Entzündungsproteine oder Antikörper. Dies führt zu einer Schädigung der Betazellen und schließlich zu deren Tod. Die insgesamt 1-2 Millionen Inseln in der menschlichen Bauchspeicheldrüse werden nicht alle gleichzeitig befallen, sodass es Jahre bis Jahrzehnte dauern kann, bis 80% oder mehr der Betazellen zerstört sind und es dann zum Insulinmangel kommt.

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