Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
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Gibt es eine Diabetesform, bei der sich der Blutzucker nur sehr schwer normnah einstellen lässt oder liegen starke Schwankungen immer an Therapiefehlern, Infekten, falscher Ernährung oder ähnlichem?

Antwort von Prof. Werner A. Scherbaum, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik, zuletzt aktualisiert im März 2005:

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Diabetesformen, bei denen eine normnahe Blutzuckereinstellung nicht mit der üblichen Methoden zu erreichen ist. Dazu gehört zum Beispiel die schwere subkutane Insulinresistenz, bei der selbst eine Dosis von 300 - 500 Einheiten Insulin pro Tag nicht zu einer Normalisierung der Blutzuckerwerte führt. In diesen Fällen muss man zum Beispiel das Insulin vorübergehend intravenös und dann über spezielle Katheter in die Bauchhöhle verabreichen.

Eine relative Unwirksamkeit auch hoher Dosen von Insulin sehen wir aber auch bei starkem Übergewicht. Es macht dann keinen Sinn, die Insulindosis weiter zu erhöhen, zumal dann das Risiko für eine weitere Gewichtszunahme besteht. Vielmehr sind in diesen Fällen unter enger fachlicher Kontrolle und unter stationären Bedingungen Maßnahmen zur kontrollierten Gewichtsreduktion eventuell bis zur operativen Magenverkleinerung (Gastric banding) einzuleiten.

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