Ein Service des Deutschen Diabetes-Zentrums DDZ Düsseldorf
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Wie kann man erkennen, ob jemand einen Diabetes Typ 1 entwickeln wird?

Prof. Dr. med. Stephan Martin, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, März 2005:

Im Rahmen von Screening-Testverfahren wurden bereits über 10.000 Angehörige von Typ 1 Diabetikern auf der ganzen Welt untersucht. Dadurch konnte bei vielen hundert Personen der sich entwickelnde Typ 1 Diabetes frühzeitig erkannt werden. Diese Studien haben gezeigt, daß der Krankheitsprozeß vor Manifestation des Diabetes mehrere Jahre dauert, wobei sich die meisten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aber erst kurze Zeit vor der Diabetes-Diagnose krank fühlten. Folglich hätte bei einem Kind, das im Alter von 12 Jahren an Diabetes erkrankt, mit einem Bluttest das erhöhte Risiko z.B. bereits im 7. Lebensjahr oder auch früher festgestellt werden können.

Der Typ 1 Diabetes wird als eine Autoimmunerkrankung betrachtet. Darunter ist zu verstehen, daß das Immunsystem unseres Körpers die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse wie ein körperfremdes Gewebe bekämpft und zerstört. Ein Warnsignal der drohenden Attacke des Immunsystems auf die Insulin-produzierenden Zellen ist das Auftreten von Antikörpern im Blut. Zahlreiche Antikörpertypen wurden bereits entdeckt (Inselzell-Antikörper = ICA; Insulinautoantikörper = IAA, Antikörper gegen die Glutamatdekarboxylase (GAD) und die Tyrosinphosphatase (IA-2)).
Werden bei einem Angehörigen eines Diabetikers Autoantikörper im Blut nachgewiesen, hat diese Person ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Dabei steigt das Risiko mit der Anzahl der nachweisbaren Antikörper. Beim Nachweis von mindestens zwei Autoantikörpern ist von einem durchschnittlichen Diabetesrisiko von 40% innerhalb der nächsten 3 Jahre auszugehen.

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