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Die Deutsche Schwangerschaftsdiabetes-Studie

Frauen haben nach einem Schwangerschaftsdiabetes ein vielfach höheres Risiko, an Typ 2 Diabetes mellitus dauerhaft zu erkranken. Im Rahmen der Deutschen Schwangerschaftsdiabetes-Studie möchten wir schwangere Frauen mit und ohne Schwangerschaftsdiabetes über insgesamt zehn Jahre nachuntersuchen und frühzeitig Diabetes-Vorstufen feststellen und ggf. vorbeugende Maßnahmen anbieten.




Die Deutsche Schwangerschaftsdiabetes-Studie

Hintergrund:

Als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet man eine Störung im Zuckerstoffwechsel, die erstmalig während der Schwangerschaft auftritt bzw. diagnostiziert wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen führen verschiedene Schwangerschaftshormone zu einer Abschwächung der Insulinwirkung (z.B. Östrogen, Wachstumshormon, Cortisol), andererseits sind die Ernährungsgewohnheiten in der Schwangerschaft häufig verändert.

Aufgrund der verminderten Insulinwirkung muss der Körper vermehrt Insulin produzieren. Wenn dies nicht möglich ist, entstehen erhöhte Blutzuckerwerte und eventuell ein Diabetes. Auch wenn eine Insulintherapie selten erforderlich ist und die meisten Frauen nach der Geburt wieder normale Blutzuckerwerte aufweisen, ist das Risiko für diese Frauen, in ihrem weiteren Leben an Typ 2 Diabetes mellitus zu erkranken, erhöht.

Typ 2 Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die derzeit weltweit etwa 240 Millionen Menschen betrifft. Häufig wird die Blutzuckererhöhung erst sehr spät entdeckt. Um das individuelle Risiko früh abschätzen zu können, sind empfindliche Methoden notwendig, um entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung einer dauerhaften Erkrankung einzuleiten. Dies ist insbesondere in der Schwangerschaft wichtig, um Komplikationen bei Mutter und Kind zu verhindern.

Zielsetzung:

Da Frauen nach einem Schwangerschaftsdiabetes ein vielfach höheres Risiko haben, an Typ 2 Diabetes mellitus dauerhaft zu erkranken, möchten wir schwangere Frauen mit und ohne Schwangerschaftsdiabetes über insgesamt zehn Jahre nachuntersuchen und frühzeitig Diabetes-Vorstufen feststellen und ggf. vorbeugende Maßnahmen anbieten.

Studiendesign und Untersuchungsprogramm:

Die Studie beinhaltet eine Basisuntersuchung in der Schwangerschaft (24. – 27. +6 Schwangerschaftswoche) sowie Nachuntersuchungen 1, 2, 5 und 10 Jahre nach der Geburt des Kindes. Bei der Basisuntersuchung werden eine körperliche Untersuchung und ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest (oGTT)) durchgeführt. Anhand des oGTT wird die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes nach den Grenzwerten, die die Deutsche Diabetes Gesellschaft definiert hat, gestellt oder ausgeschlossen. Ein Jahr nach der Geburt Ihres Kindes werden Sie erneut untersucht. Es erfolgt eine körperliche Untersuchung mit Elektrokardiogramm (EKG), ein oGTT, die Bestimmung Ihrer körperlichen Fitness und Ihrer Fettverteilung. Patientinnen, bei denen eine Frühform des Diabetes vorliegt, wird die Teilnahme an einer Untersuchung zur Vorbeugung des Diabetes angeboten. Wenn Sie die Teilnahme an den Maßnahmen nicht wünschen, werden wir Sie ohne diese zwei, fünf und zehn Jahre nach der Geburt Ihres Kindes untersuchen. Dabei erfolgen erneut die Untersuchungen analog zu denen ein Jahr nach Geburt Ihres Kindes (Zeitaufwand jeweils ca. vier Stunden).

Einschlusskriterien:

  • Basisuntersuchung: Frauen in der 24. – 31. + 6 Schwangerschaftswoche
  • 1, 2, 5 und 10 Jahre nach Entbindung Ihres Kindes: wenn in der zurückliegenden Schwangerschaft ein oGTT durchgeführt und dokumentiert wurde

Ausschlusskriterien:

  • Alter unter 18 Jahre
  • Typ 1 oder Typ 2 Diabetes mellitus
  • Schwerwiegende Erkrankung, z.B. eine symptomatische koronare Herzerkrankung
  • Schwere konsumierende Erkrankungen (Krebs)
  • Schwere Leber- oder Nierenerkrankung
  • Systemische Infektionen
  • Psychische Erkrankungen mit Einschränkung der Kooperationsfähigkeit
  • Cortison-Therapie

 

Kontakt:

Studienkoordination: M.Sc. Katharina Weber, Petra Heidkamp

Studienleitung: Prof. Dr. Karsten Müssig, Prof. Dr. Michael Roden

Klinisches Studienzentrum
Deutsches Diabetes-Zentrum
Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung
an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf’m Hennekamp 65
40225 Düsseldorf

E-Mail: studienzentrum@ddz.uni-duesseldorf.de
Telefon: 0211-33 82-578/-209
Fax: 0211-33 82 592

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