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Wie beeinflusst der Diabetes die Beschaffenheit von Zähnen und Zahnfleisch?

Antwort von Claudia Lenden, Diabetesberaterin und Dr. Lutz U. Bellmann, Zahnarzt in Düsseldorf, August 2001:

Bei längerfristig erhöhten Blutzuckerwerten ist die Blutversorgung generell, so auch im Bereich des Zahnfleisches, durch die veränderten Fließeigenschaften des Blutes herabgesetzt. Dadurch kommt es zur Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Dies wiederum führt dazu, dass die Abwehrmechanismen gegen bakterielle Angriffe geschwächt werden. So können sich die Keime schnell vermehren und zu parodontalen Erkrankungen führen. Auch die Speichelproduktion ist bei hohen Blutzuckern durch den allgemeinen Flüssigkeitsmangel im Körper herabgesetzt. Im Speichel jedoch sind eine Vielzahl von Mineralsalzen gelöst, die ständig dafür sorgen, dass schon kleinste "Entkalkungen" des Zahnschmelzes wieder "repariert" werden. Bei Mundtrockenheit kommt es also möglicherweise schnell zu einer defekten Schmelzoberfläche, auf der der bakterielle Angriff schneller zu einer kariösen Schädigung (=Loch im Zahn) führt. Diabetiker haben also ein höheres Kariesrisiko. Gleichzeitig können die durch die Nahrungsaufnahme aufgenommenen und durch die Verdauungsvorgänge entstehenden Säuren nicht mehr kurzfristig neutralisiert (=abgepuffert) werden. Die überschüssige Säure greift den Schmelz an, Karies entsteht.

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