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Niedriger Adiponektin-Spiegel birgt höheres Diabetesrisiko

Untersuchungen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass niedrige Adiponektin-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für Typ 2 Diabetes einhergehen. Ebenso gibt es Hinweise für einen Zusammenhang mit der Herzkreislaufgefährdung. Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Christian Herder haben den Zusammenhang zwischen Adiponektin-Spiegeln und Diabetesrisiko bei stark übergewichtigen Männern und Frauen überprüft. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht.


bergewichtige Person mit Messband

Hohe Adiponektin-Spiegel sind auch bei stark übergewichtigen Menschen mit einem geringen Risiko für Typ 2 Diabetes verbunden.

Adiponektin ist ein Hormon, das erst vor knapp 20 Jahren entdeckt wurde. Hergestellt und abgegeben wird es vom Fettgewebe. Im Gegensatz zu vielen anderen Substanzen, die von den Fettzellen produziert werden, gilt Adiponektin als „Schutzfaktor " vor Typ 2 Diabetes und koronarer Herzkrankheit: Hohe Spiegel des Hormons werden als Indikator für ein geringeres Krankheitsrisiko gesehen. Im Bauchfett beispielsweise, das ursächlich zur Entstehung von Typ 2 Diabetes beiträgt, ist die Herstellung von Adiponektin deutlich reduziert.

In der Studie von Herder und seinen Kollegen wurde die Konzentration von Adiponektin im Serum von 3299 Personen ausgewertet, die an der Swedish Obese Subjects (SOS) Study teilgenommen hatten. Alle Personen waren bei Studieneinschluss stark übergewichtig, wiesen aber noch keinen Diabetes auf. Das Alter der Männer und Frauen lag zwischen 37 und 60 Jahren. Um eine deutliche Gewichtsabnahme zu erreichen, unterzog sich knapp die Hälfte der Teilnehmer einer Adipositas-Operation, z.B. einer Magenband-OP.

Während der Beobachtungszeit von rund zehn bis 13 Jahren entwickelten etwa acht Prozent der Männer und Frauen aus der OP-Gruppe einen Typ 2 Diabetes, während die Zahl in der Kontrollgruppe ohne Adipositas-OP bei etwa 25 Prozent lag. Hohe Adiponektin-Werte zu Beobachtungsbeginn waren in der Kontrollgruppe mit einem deutlich niedrigeren Risiko für eine zukünftige Diabeteserkrankung verbunden. Auch ein Anstieg der Adiponektin-Spiegel während der ersten zwei Beobachtungsjahre verringerte das Diabetesrisiko. In der Gruppe mit einer Adipositas-Operation stiegen die Adiponektin-Werte pro 10 kg Gewichtsverlust um durchschnittlich 1900 ng/ml an. Bei den Studienteilnehmern ohne entsprechende OP - nicht allerdings in der Gruppe mit einem chirurgischen Eingriff - waren hohe Adiponektin-Spiegel zu Studienbeginn zudem mit einem geringeren Risiko für einen späteren Herzinfarkt verknüpft.

Fazit:

Die Autoren folgern aus ihren Ergebnissen, dass auch in Personen mit schwerer Adipositas, die sich nicht einer Adipositas-Operation unterziehen, hohe Adiponektin-Spiegel bzw. ein Anstieg der Adiponektin-Spiegel im Serum mit einem geringeren Risiko für Typ 2 Diabetes verbunden sind. Vergleichbare Befunde gab es bislang nur aus bevölkerungsrepräsentativen Kohorten oder anderen Studienpopulationen, die im Durchschnitt deutlich weniger waren als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SOS Studie.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:

Herder C et al. Adiponectin and bariatric surgery: Associations with diabetes and cardiovascular disease in the Swedish Obese Subjects Study. Diabetes Care 2014; May; 37 (5): 1401-9
Darstellung zum Ausdrucken
 


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