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Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes: Positiver Trend bei der Blutzuckereinstellung

Die Qualität der Blutzuckereinstellung hat sich bei Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes in den letzten rund 15 Jahren verbessert. Das zeigt eine Untersuchung aus Deutschland und Österreich.




In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Blutzuckereinstellung bei Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes verbessert

Je besser sich der Stoffwechsel bei einem Diabetes einstellen lässt, umso geringer ist das langfristige Risiko für Komplikationen. Bis Mitte der 90er Jahre erhielten die meisten Kinder und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes etwa ein bis drei Insulininjektionen täglich. In der Folgezeit wurden die Behandlungsschemata zunehmend durch eine intensivierte Insulintherapie (ICT) mit vier und mehr Injektionen oder durch eine Insulinpumpentherapie ersetzt. Hinzugekommen sind ebenfalls regelmäßige Schulungen.

Wissenschaftler haben aus den Jahren 1995 bis 2009 von mehr als 30.700 Patienten im Alter unter 20 Jahre Langzeitdaten zur Diabeteseinstellung analysiert und aus den Ergebnissen Trends abgeleitet. An dem Projekt nahmen 305 Diabetes-Zentren (296 deutsche und neun österreichische Zentren) teil.

Während 1995 der Durchschnitts-HbA1c noch 8,7% betrug, lag dieser Wert 2009 mit 8,1% bereits deutlich niedriger. Die statistischen Berechnungen zeigen, dass neben dem Behandlungsjahr unter anderem folgende Merkmale einen Einfluss auf die Güte der Blutzuckereinstellung hatten: Das Alter und Geschlecht des Patienten, die Diabetesdauer, ein Migrationshintergrund (12% der Patienten) und der Body-Mass-Index (BMI). Parallel zur Verbesserung der Blutzuckerwerte ging die Rate an schweren Hypoglykämien einschließlich hypoglykämischem Koma während der letzten 15 Jahre ebenfalls deutlich zurück. Allerdings lag die Rate 2009 noch immer durchschnittlich bei 15,1 pro 100 Personenjahre: Bei zehn Patienten traten pro Jahr durchschnittlich ein bis zwei schwere Hypoglykämien auf.

Fazit:
Die umfangreiche Datenbasis aus Deutschland und Österreich belegt Fortschritte im Hinblick auf die Stoffwechselkontrolle von Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes. Neben einem positiven Trend bei der Blutzuckereinstellung zeigt sich erfreulicherweise auch ein Rückgang bei den Hypoglykämien. Diese Verbesserungen lassen sich zum Teil, aber nicht ausschließlich mit den Veränderungen bei der Insulintherapie erklären. Auch der Ausbau von Diabetesschulungen und weitere, noch zu erforschende Faktoren haben sicherlich zu der günstigen Entwicklung beigetragen.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Rosenbauer J et al. Improved metabolic control in children and adolescents with type 1 diabetes: a trend analysis using prospective multicenter data from Germany and Austria. Diabetes Care 2012; 35: 80-86

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