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Typ 1 Diabetes mit frühem Krankheitsbeginn: Was trägt zur besseren Lebensqualität bei?

Der frühkindliche Typ 1 Diabetes kann eine Reihe schwerwiegender Belastungen mit sich bringen: Dazu gehören vielfältige körperliche und psychosoziale Probleme sowie ein besonders hohes Risiko, diabetische Folgeerkrankungen zu entwickeln. Wissenschaftler haben nun die Lebenssituation von Heranwachsenden untersucht, bei denen bereits im Vorschulalter ein Typ 1 Diabetes festgestellt wurde. Anhand von Fragebögen konnten die Betroffenen auch ihre Lebensqualität einschätzen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Pediatric Diabetes veröffentlicht.




In einer Studie wurde die Lebenssituation von Heranwachsenden untersucht, die bereits im Vorschulalter an Typ 1 Diabetes erkrankt waren.
Foto: Barmer GEK

Im Kindes- und Jugendalter ist der Typ 1 Diabetes die häufigste chronische Stoffwechselerkrankung. Studien zeigen, dass die Rate an Neuerkrankungen immer weiter ansteigt, vor allem bei Kindern unter fünf Jahren. Das Team um Dr. Joachim Rosenbauer vom Institut für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf hat deutschlandweit eine bevölkerungsbasierte Untersuchung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsene mit Typ 1 Diabetes durchgeführt. Teilnehmen konnten Betroffene, die vor ihrem 5. Geburtstag erkrankt waren und eine Diabetesdauer von mindestens zehn Jahren aufwiesen.

Für die Studie wurden standardisierte Fragebögen zur Lebensqualität ausgewertet (Fragebögen KINDL-R und DISABKIDS). Zudem lagen individuelle Angaben über die Behandlung des Diabetes, die Stoffwechseleinstellung, Komplikationen wie Hypoglykämien, sowie zur Soziodemographie vor. Insgesamt gingen Daten von 840 Patientinnen und Patienten zwischen elf und 21 Jahren in die Analyse ein. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer lag bei 16,3 und die mittlere Diabetesdauer bei 13,3 Jahren.

Als Ergebnis zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Lebensqualität und Güte der Stoffwechseleinstellung (HbA1c-Wert) sowie zwischen Lebensqualität und Therapiezufriedenheit. Umgekehrt wurde die Lebensqualität schlechter bewertet, wenn in jüngerer Vergangenheit schwere Hypoglykämien aufgetreten waren oder die Insulinbehandlung ohne Insulinpumpe erfolgte. Nicht veränderbare Faktoren wie Alter, Geschlecht und familiäres Umfeld waren hingegen von untergeordneter Bedeutung für die selbstberichtete Lebensqualität.

Fazit:
Für Patientinnen und Patienten mit langjähriger Erkrankung an Typ 1 Diabetes sind eine gute Stoffwechseleinstellung und die Zufriedenheit mit der Therapie wichtige Voraussetzungen, um die eigene Lebensqualität zu erhöhen.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Stahl-Pehe A. et al. Quality of life in intensively treated youths with early-onset type 1 diabetes: a population-based survey. Pediatr Diabetes 2013; doi: 10.1111/pedi.12096

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