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Jugendliche mit Typ 1 Diabetes empfinden ihre Lebensqualität genauso gut wie ihre Altersgenossen

Jugendliche, die bereits im Vorschulalter an einem Typ 1 Diabetes erkrankt sind, empfinden eine ähnlich gute Lebensqualität wie ihre Altersgenossen. Tatsächlich haben sie im Vergleich sogar ein etwas höheres Selbstwertgefühl. Dies hat eine bundesweite Befragung bei Patienten mit Typ 1 Diabetes und altersgleichen Kontrollpersonen ergeben.


Kinder spielen im Winterwald

Eine Studie hat gezeigt, dass die allgemeine Lebensqualität von Kindern mit Typ 1 Diabetes im Vergleich zu ihren Altersgenossen aufgrund der Erkrankung nicht grundsätzlich beeinträchtigt ist.
Foto: Barmer GEK

Die Behandlung eines Typ 1 Diabetes ist anspruchsvoll und erfordert tägliche Blutzuckermessungen sowie eigenständige Insulinzuführung. Hinzu kommt die Angst vor möglichen Komplikationen. Dies alles hat Einfluss auf das Leben der Patienten und ihrer Familien und begünstigt unter Umständen psychosoziale Probleme. Solche Probleme können umgekehrt das Selbstmanagement des Patienten beeinträchtigen und damit die Stoffwechselkontrolle gefährden.

Ein Ziel der Diabetesbehandlung ist es, dass Patienten nicht nur eine gute Stoffwechselkontrolle, sondern auch ein hohes Maß an Lebensqualität erreichen (vgl. Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)). Vor diesem Hintergrund hat eine Studie aus Deutschland untersucht, ob die Erkrankung an Typ 1 Diabetes die Lebensqualität der betroffenen Kinder und Jugendlichen beeinträchtigt.

Bundesweit füllten 629 Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes und ihre Eltern standardisierte Fragebögen aus und beantworteten Fragen zur Lebensqualität. Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Teilnehmer zwischen elf und 17 Jahre alt und hatten mindestens zehn Jahre Typ 1 Diabetes. Die Diabeteserkrankung hatte man bei ihnen bereits vor dem fünften Geburtstag festgestellt. Als Vergleichsgruppen wurden die Daten von 6.813 Teilnehmern einer deutschlandweiten repräsentativen Studie (KiGGS) herangezogen.

Mehr als neun von zehn der befragten Personen mit Typ 1 Diabetes behandelten sich mit einer intensivierten Insulintherapie: Davon nahmen 43 Prozent mindestens vier Insulininjektionen pro Tag vor und 49 Prozent hatten eine Insulinpumpe. Die Kinder und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes beurteilten ihren eigenen Gesundheitszustand („sehr gut“, „gut“, „mäßig“, „schlecht bis sehr schlecht“) fast genauso oft (20%) als „sehr gut“ wie ihre Altersgenossen in der Vergleichsgruppe (23%).

Auch bei den Ergebnissen zur Lebensqualität gab es kaum Unterschiede zwischen den Gruppen. Beim Fragebogen für Kinder und Jugendliche zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (KINDL-R) wurden in beiden Gruppen insgesamt durchschnittlich 73 von 100 möglichen Punkten erreicht. Auch die Eltern beschrieben die Lebensqualität ihrer Kinder in beiden Gruppen gleich gut (73 Punkte in der Patientengruppe, 74 Punkte in der Vergleichsgruppe). Bei den Fragen zum Selbstwertgefühl berichteten die Jugendlichen, die bereits im Vorschulalter an Diabetes erkrankt waren, sogar etwas bessere Ergebnisse als ihre Altersgenossen.

Fazit:
Offensichtlich kommen die meisten Kinder und Jugendlichen nach mehrjähriger Erkrankungsdauer mit den Folgen einer frühen Diabetesdiagnose gut zurecht: Entgegen häufiger Befürchtungen ist die allgemeine Lebensqualität der Betroffenen nicht grundsätzlich beeinträchtigt. Diese Nachricht dürfte vor allem auch für Eltern von Kindern mit neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes eine Erleichterung sein.


Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Stahl A et al. Health-related quality of life among German youths with early-onset and long-duration type 1 diabetes. Diabetes Care 2012; 35: 1736-1742

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