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Mediterrane Ernährung senkt Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

In der Vergangenheit haben verschiedene Untersuchungen Hinweise geliefert, dass eine mediterrane Ernährung das Risiko für Herzkreislaufereignisse verringert. Wissenschaftler aus Spanien sind dieser Beobachtung in einer randomisierten Studie nachgegangen. Randomisierte (= zufallsverteilte) Studien gelten in der klinischen Forschung als besonders hochwertig. Das New England Journal of Medicine hat die Ergebnisse veröffentlicht.




Der Verzehr von Nüssen kann sich günstig auf Herz und Gefäße auswirken.
Foto: DDZ

Um den Einfluss einer mediterranen Ernährung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu prüfen, wurden Personen mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen, aber ohne erkennbare Erkrankung, einer von drei Ernährungsweisen zugeordnet:

  • Gruppe 1: Mediterrane Ernährung, ergänzt durch eine Extra-Portion natives Olivenöl (ca. 1 Liter pro Woche)
  • Gruppe 2: Mediterrane Ernährung, ergänzt durch eine Extra-Portion an Walnüssen, Haselnüssen und Mandeln (ca. 30 Gramm pro Tag)
  • Gruppe 3: Kontrollgruppe, denen zu einer Fettreduktion geraten wurde

In den Gruppen mit mediterraner Ernährung gab es folgende Empfehlungen: In größeren Mengen erlaubt waren Olivenöl, Nüsse, frisches Obst, Gemüse, Fisch, Hülsenfrüchte und weißes Fleisch. Wein sollte nur zusammen mit Mahlzeiten genossen werden. Von Limonaden/Süßgetränken, Fertigbackwaren, Süßigkeiten, Streichfett, rotem und verarbeitetem Fleisch wurde abgeraten.
Die Ernährungsempfehlungen für die Kontrollgruppe beinhalteten: Fettarme Milchprodukte, Brot, Kartoffeln, Pasta, Reis, frisches Obst, Gemüse, mageren Fisch und Meeresfrüchte. Abgeraten wurde von pflanzlichem Öl (einschließlich Olivenöl), Fertigbackwaren, Süßigkeiten, Nüssen, frittierten Produkten, rotem und verarbeitetem Fleisch, fettreichen Fischen, Meeresfrüchten in Öl und Streichfett.

An der Untersuchung nahmen 7447 Männer und Frauen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren teil. Nach Studieneinschluss wurden alle schweren Herzkreislaufereignisse in den drei Gruppen erfasst. Dazu gehörten Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod aufgrund einer Herzkreislaufkrankheit. Bei einer ersten Zwischenanalyse nach knapp fünf Jahren waren die Unterschiede zwischen den Gruppen so eindrucksvoll, dass man sich entschied, die Studie zu stoppen.

Insgesamt erlitten 288 Studienteilnehmer ein schweres Herzkreislaufereignis. Die beiden Gruppen mit der mediterranen Ernährung waren hiervon allerdings deutlich seltener betroffen: Das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzkreislauftod lag um 30 Prozent (Gruppe 1) bzw. 28 Prozent (Gruppe 2) niedriger als bei Personen aus der Kontrollgruppe.

Fazit:
Eine aktuelle Studie aus Spanien liefert erneut den Beleg, dass sich eine mediterrane Ernährungsweise mit viel nativem Olivenöl und Nüssen günstig auf Herz und Gefäße auswirkt. Davon profitieren insbesondere auch Personen, die bereits ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen aufweisen. 

Dr. med. Anja Lütke, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Estruch R et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. N Engl J Med 2013; 368: 1279-90

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