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Mit Metformin gegen Brustkrebs?

Untersuchungen haben gezeigt, dass Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen verbunden ist (Diabetes erhöht Risiko für Krebs und Infektionen). Die vorliegende Studie überprüfte die Zusammenhänge zwischen Diabetes, der Einnahme von Metformin und dem Auftreten von Brustkrebs bei Frauen nach der Menopause. Untersucht wurden insgesamt 68.019 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren. Andere Studien stützen die Beobachtung, dass Metformin die Anzahl der Neuerkrankungen von Brustkrebs senken kann.




Postmenopausale Frauen mit Diabetes, die mit Metformin behandelt werden, erkranken seltener an Brustkrebs als Frauen ohne Diabetes.
Foto: Techniker Krankenkasse

Zu Beginn der Studie waren 3401 Frauen an einem Diabetes erkrankt. Das Auftreten eines Diabetes (Inzidenz) sowie die Einnahme von Antidiabetika wurden zu Beginn der Studie und im Folgenden nach einem, drei sechs und neun Jahren protokolliert. Die Inzidenz für Brustkrebs wurde bei Frauen mit Diabetes unter Metformin-Therapie, bei Frauen mit Diabetes, die kein Metformin einnahmen und bei Frauen ohne Diabetes festgehalten.
Innerhalb des Beobachtungszeitraumes wurden 3273 Fälle von Brustkrebs diagnostiziert.

Frauen mit Diabetes, die nicht mit Metformin, sondern mit anderen Medikamenten behandelt wurden, hatten ein höheres Brustkrebsrisiko. Im Vergleich zu Frauen ohne Diabetes wiesen Frauen, die eine Metformin-Therapie erhielten, eine niedrigere Inzidenz auf. Die zugrunde liegenden Mechanismen für die hemmende Wirkung von Metformin auf Brustkrebs sind noch nicht hinreichend verstanden. Möglicherweise hemmt Metformin indirekt das Krebsrisiko durch eine Verbesserung der Insulinsensitivität und daraus resultierenden geringeren Insulinspiegeln. Wie in Zellversuchen gezeigt wurde, könnte Metformin auch direkt das Zellwachstum hemmen.

Fazit:
Postmenopausale Frauen mit Diabetes, die mit Metformin behandelt werden, erkranken seltener an Brustkrebs als Frauen, die andere Medikamente als Metformin für ihren Diabetes erhalten, sowie Frauen ohne Diabetes.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft nahm zum Thema Krebs und Metformin in einer Mitteilung Stellung. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist bei einem Typ 2 Diabetes erhöht, jedoch nimmt die Diabetestherapie selbst auch Einfluss auf die Entstehung von Krebs. Ausschließlich Metformin zeigte bisher einen protektiven Effekt. Neben den günstigen Wirkungen auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht sowie die Reduktion von Folgeerkrankungen (z. B. Herzinfarkt) stellt dies einen weiteren Grund dar, einen Typ 2 Diabetes mit Metformin zu behandeln. Darüber hinaus wird noch einmal betont, wie wichtig auch die Wahrnehmung der Krebsvorsorge ist.

Quellen:
Chlebowski RT et al. Diabetes, Metformin, and Breast Cancer in Postmenopausal Women. J Clin Oncol. 2012


Probanden für die Deutsche Schwangerschaftsdiabetes-Studie gesucht:

Frauen haben nach einem Schwangerschaftsdiabetes ein vielfach höheres Risiko, an Typ 2 Diabetes mellitus dauerhaft zu erkranken. Im Rahmen der Deutschen Schwangerschaftsdiabetes-Studie werden u.a. am Deutschen Diabetes-Zentrum schwangere Frauen mit und ohne Schwangerschaftsdiabetes über insgesamt zehn Jahre nachuntersucht, um frühzeitig Diabetes-Vorstufen feststellen und ggf. vorbeugende Maßnahmen anbieten zu können.

Weitere Informationen Sie hier.

Stand: 30.01.2013

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