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Zusammenhang zwischen Prä-Diabetes und Polyneuropathie

Die diabetische Polyneuropathie gehört zu den häufigsten Komplikationen des Typ 2 Diabetes. Unklar ist jedoch, ob diese Nervenschädigungen bereits bei Menschen mit einem Prä-Diabetes vorliegen. Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, die Häufigkeit der diabetischen Neuropathie bei einer repräsentativen Gruppe älterer Menschen im Alter von 61-82 Jahren zu untersuchen und einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Prä-Diabetes und der Neuropathie zu ermitteln.


Neuropathie

Zum Nachweis einer Polyneuropathie wird u. a. das Vibrationsempfinden geprüft.
Foto: DDZ

Personen mit Diabetes erleiden sehr häufig Begleit- und Folgeerkrankungen. Die diabetische Polyneuropathie tritt in diesem Zusammenhang mit am häufigsten auf. Bei dieser Folgeerkrankung handelt es sich um Nervenschädigungen, die sich durch Schmerzen an den Extremitäten, Funktionseinschränkungen bis hin zu Behinderungen und Invalidität äußern können.

Ein Forscherteam aus Düsseldorf und München hat nun untersucht, ob eine Neuropathie bereits bei einem Prä-Diabetes, der Vorstufe des Diabetes, vorliegen kann. In der veröffentlichten Studie zeigen die Wissenschaftler, dass die Häufigkeit der Polyneuropathie bei Personen, die sowohl erhöhte Nüchtern-Glukosewerte als auch eine gestörte Glukosetoleranz aufweisen, vergleichbar ist mit der bei Personen mit einem bereits bekannten Typ 2 Diabetes. Betrachtete man die Untergruppen prä-diabetischer Personen, also solche, die entweder eine erhöhte Nüchternglukose oder eine gestörte Glukosetoleranz allein aufwiesen, war das Risiko noch nicht erhöht.

Ein Prä-Diabetes wurde definiert als Kombination aus abnormen Nüchtern-Glukosewerten (IFG, Impaired Fasting Glucose von 110 Milligramm pro Deziliter bzw. 5,6 Millimol pro Liter oder höher, aber unter 126 Milligramm pro Deziliter bzw. 7,0 Millimol pro Liter, gemessen im venösen Plasma) sowie einer gestörten Glukosetoleranz (IGT, Impaired Glucose Tolerance: Glukosewerte von 140 Milligramm pro Deziliter bzw. 7,8 Millimol pro Liter oder höher, aber unter 200 Milligramm pro Deziliter bzw. 11,1 Millimol pro Liter).
Definiert wurde die Polyneuropathie durch beidseitig reduziertes Vibrationsempfinden und durch die Bestimmung der Druckempfindlichkeit.

Fazit
Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz und erhöhten Nüchtern-Glukosewerten sind besonders gefährdet, eine Polyneuropathie zu entwickeln, und zwar in ähnlichem Maße, wie Patienten mit einem bereits manifesten Typ 2 Diabetes. Eine entscheidende Rolle hierbei spielt die Erhöhung der Glukosekonzentration, die durch den oralen Glukosetoleranztest (oGTT) bestimmt wird.

Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Bongaerts et al.: Postchallenge Hyperglycemia Is Positively Associated With Diabetic Polyneuropathy.Diabetes Care, Publish Ahead of Print, published online June 29, 2012

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