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Teekonsum und Diabetes

Bereits in vorangegangenen Untersuchungen konnten Wissenschaftler zeigen, dass ein erhöhter Teekonsum das Typ 2 Diabetes-Erkrankungsrisiko senken kann. In einer EPIC-Kohortenstudie des InterAct Consortium wurde nun der Zusammenhang zwischen Teekonsum und dem Auftreten eines Typ 2 Diabetes in der europäischen Bevölkerung untersucht.


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Personen, die vier oder mehr Tassen Tee pro Tag trinken, haben ein geringeres Risiko, einen Diabetes zu entwickeln.
Foto: DDZ

Die EPIC-Kohortenstudie wurde in 26 Zentren in acht europäischen Ländern (Spanien, Italien, Schweden, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Holland und England) mit insgesamt 340.243 Personen im Alter von 20 bis 79 Jahren durchgeführt. In der untersuchten Kohorte traten 12.304 Typ 2 Diabetes-Fälle auf. Berücksichtigt wurden länderspezifische Ernährungsfaktoren, Lifestyle-Faktoren wie Rauchen und körperliche Bewegung sowie weitere potenzielle Einflussgrößen.
Die durchschnittlich getrunkene Anzahl an Tassen Tee betrug beispielsweise in Spanien null, wohingegen in Großbritannien täglich im Durchschnitt vier (und mehr) Tassen konsumiert wurden.

Geringeres Diabetes-Risiko durch erhöhten Teekonsum

Basierend auf den Studiendaten konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Teekonsum und dem Auftreten eines Typ 2 Diabetes nachweisen. Demnach hatten Menschen, die vier oder mehr Tassen Tee pro Tag tranken, ein um 16 Prozent niedrigeres Risiko, einen Diabetes zu entwickeln.
Diese Wirkung des Tees wird auf die enthaltenen Flavonoide zurückgeführt. Flavonoide zählen zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Die wichtigsten Flavonoide des Tees sind Catechine (in grünem Tee vorkommend), Theaflavine sowie Thearugibine (beide in schwarzem Tee enthalten). Die Flavonoide besitzen u. a. die Eigenschaft, die Aufnahme von Kohlenhydraten in Muskel- und Fettzellen zu erhöhen, die Insulinausschüttung zu verstärken und nicht zuletzt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse vor freien Radikalen zu schützen.

Fazit

In der vorliegenden Metaanalyse greifen die Wissenschaftler auf unterschiedliche Quellen zurück, aus denen leider nicht ersichtlich ist, welche Teesorten (schwarzer Tee, grüner Tee, Kräutertee) konsumiert wurden, so dass keine eindeutige Aussage oder Empfehlung für eine bestimmte Teeart ausgesprochen werden kann.
Tee wird sicherlich nicht die etablierten Risikofaktoren für einen Typ 2 Diabetes aufheben, welche beispielsweise durch Bewegungsmangel und Übergewicht vermittelt werden. Die Frage, ob der protektive Effekt von Tee allen Sorten zuzuschreiben ist, und ob der Zusammenhang auch kausaler Natur ist, müssen weitere Studien zeigen.

Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
The InterAct Consortium (2012) Tea Consumption and Incidence of Type 2 Diabetes in Europe: The EPIC-InterAct Case-Cohort Study. PLoS ONE 7(5): e36910. doi:10.1371/journal.pone.0036910A

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