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Neue Genorte mit erhöhtem Risiko für Adipositas im Kindesalter

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind zentrale Themen besonders in den industrialisierten Ländern. Die Hauptursache hierfür ist Überernährung in Kombination mit nicht ausreichender Bewegung. Jedoch kann auch das Erbgut eine Rolle spielen.




Übergewicht bei Kindern ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, an Diabetes zu erkranken.
Foto: AOK-Bundesverband

Die Anzahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher ist in den vergangenen Jahren in den industrialisierten Ländern stetig gestiegen. Adipositas im jugendlichen Alter ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen und den Typ 2 Diabetes mellitus.
Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun eine Metaanalyse (Zusammenfassung von Primäruntersuchungen) von insgesamt 14 Studien durchgeführt. Hierbei wurden Daten aus dem Erbgut von 5.530 adipösen Kindern und Jugendlichen und von 8.318 normalgewichtigen Kindern europäischer Abstammung untersucht. Dabei wurden zwei neue Genorte (Der erste, rs9568856, wurde in der Nähe des Gens OLFM4 gefunden, der zweite, rs9299, befindet sich in der Nähe des Gens HOXB5) entdeckt, die mit einem erhöhten Risiko für Adipositas einhergehen. Die beiden neu identifizierten Genorte sind auch im Erwachsenenalter mit krankhaftem Übergewicht vergesellschaftet, ohne dass bislang genau verstanden ist, wie diese Veränderungen zu der Entstehung von Adipositas beitragen.

Worin liegt der Nutzen?
Durch die Aufdeckung von Erbgutveränderungen, die das Entstehen von Adipositas begünstigen, lassen sich Kinder mit einem erhöhten Adipositasrisiko identifizieren. Angesichts der begrenzten Ressourcen im Gesundheitssystem sollten sich Präventionsmaßnahmen insbesondere an solche Kinder richten, die ein erhöhtes erblich bedingtes Risiko mitbringen. Zu betonen ist jedoch, dass Erbgutveränderungen nur einen geringen Anteil der „überflüssigen Pfunde“ erklären können. Der übermäßige Verzehr hochkalorischer Nahrung und mangelnde Bewegung bleiben die wichtigsten Ursachen für Adipositas im Kindes- wie auch im Erwachsenenalter. 

Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Prof. Dr. Karsten Müssig, Leiter des Klinischen Studienzentrums, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Early Growth Genetics (EGG) Consortium: Genome-wide association meta-analysis identifies new childhood obesity loci Nature Genetics, 2012 Apr 8. doi: 10.1038/ng.2247A

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