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Screening auf Schwangerschaftsdiabetes wird Kassenleistung

(13.03.2012) Bei fast vier Prozent aller werdenden Mütter in Deutschland wird die Diagnose Gestationsdiabetes gestellt. 2010 waren rund 24.000 Frauen von einem Gestationsdiabetes betroffen. Der Schwangerschaftsdiabetes blieb nicht selten unerkannt, da ein Test bis vor kurzem kein Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien war und selbst bezahlt werden musste.




Frauen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche können ab sofort einen Blutzucker-Suchtest zur Früherkennung des Schwangerschaftsdiabetes in Anspruch nehmen.
Foto: DDZ

Ein Schwangerschaftsdiabetes ist definiert als eine Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung, die erstmals in einer Schwangerschaft auftritt bzw. diagnostiziert wird. Er tritt meist zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche auf. In den meisten Fällen verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach Beendigung der Schwangerschaft wieder. Es handelt sich hierbei jedoch keinesfalls um eine harmlose Erkrankung. Hoher Blutdruck, Harnwegsinfekte oder auch Schwangerschaftsvergiftungen (Gestosen) gefährden die werdende Mutter. Gefahren lauern auch für das ungeborene Kind: Ein übersteigertes Größenwachstum (Makrosomie) kann zu Problemen bei einer natürlichen Geburt führen. Gefahren für das ungeborene Kind bestehen auch durch eine gestörte Entwicklung der Plazenta. Dies kann zu einer Mangelversorgung des Feten bis hin zum intrauterinen Fruchttod führen. Die Ausreifung des ungeborenen, makrosomen Kindes läuft verzögert ab. Dies bedeutet, dass ein Missverhältnis zwischen den kleinen inneren Organen des Kindes und dem großen Körper besteht. Besonders risikoreich ist hier die langsamere Ausreifung der kindlichen Lungen. was zu einem Atemnotsyndrom nach der Geburt führen kann.

Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, ein Alter über 30 Jahren und Verwandte 1. Grades mit Diabetes mellitus. Die Diagnostik erfolgt durch den oralen Glukosetoleranztest (oGTT). Die Therapie besteht in der Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität. Können die Blutzuckerzielwerte auf diese Weise nicht erreicht werden, ist eine Umstellung auf eine Insulintherapie notwendig.

Wird der mütterliche Blutglukosestoffwechsel frühzeitig normalisiert, lassen sich die Risiken für Mutter und Kind deutlich verringern. Mit der richtigen Behandlung kann auch eine an Gestationsdiabetes leidende Frau ein gesundes Kind auf die Welt bringen.

Was hat sich seit dem 3. März 2012 geändert?

Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat entschieden, dass Frauen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche ab sofort einen Blutzucker-Suchtest mit 50 Gramm Glukose zur Früherkennung des Schwangerschaftsdiabetes und bei erhöhten Werten eine weitere Diagnostik und Therapie in Anspruch nehmen können: Auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen ist diese Leistung verbindlich in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen worden.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft und diabetesDE: http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/g-ba-entscheid-blutzucker-screening-auf-schwangerschaftsdiabetes-wird-kassenleistung/

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