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Schwangerschaft: Höheres Risiko für Fehlbildungen bei schlecht eingestelltem Diabetes

(29.02.2012) Nicht nur ein bekannter Typ 1 oder Typ 2 Diabetes bei schwangeren Frauen, sondern auch Vorstufen davon können das Kind gefährden. Wie eine Studie gezeigt hat, kann ein bereits vor der Empfängnis bekannter, manifester Diabetes erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang der Schwangerschaft haben.


Ein bereits vor der Empfängnis bekannter, manifester Diabetes kann erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang einer Schwangerschaft haben.

Ein bereits vor der Empfängnis bekannter, manifester Diabetes kann erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang einer Schwangerschaft haben.
Foto: DAK/Wigger

Wissenschaftler zeigten in einer jetzt veröffentlichten Studie, dass Typ 1 und Typ 2 Diabetes bei werdenden Müttern mit erhöhten Raten an Kaiserschnitten und Schwangerschaftsbluthochdruck (Präeklampsie), Fehlbildungen und erhöhtes Geburtsgewicht mit nachfolgenden geburtstraumatischen Komplikationen (z.B. Nervenläsionen, Brüche) verbunden sein können.

Das Ziel der vorliegenden Studie war es, das Risiko von angeborenen Fehlbildungen zu quantifizieren. Darüber hinaus sollte der Einfluss des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c vor Eintritt der Schwangerschaft sowie weitere klinische als auch soziale Einflussgrößen auf die Fehlbildungsrate bei Frauen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes untersucht werden.

Analysiert wurden insgesamt 401.149 Schwangerschaften in einem Zeitraum von zwölf Jahren (1996 bis 2008), wovon 1667 Frauen einen Diabetes hatten. Laut Studie betrug die nicht-chromosomale Fehlbildungsrate etwa 72 pro tausend Geburten bei Frauen mit Diabetes. Im Vergleich dazu betrug die Rate der Fehlbildungen bei Frauen ohne Diabetes 19 auf tausend Geburten.

Bezüglich des Langzeitblutzuckerwertes (HbA1c) ließ sich nachweisen, dass es bei einem HbA1c-Wert von 6,1 % eine Fehlbildung auf 34 Geburten gab. Bei einem HbA1c von 7,5 % kam es zu einer Fehlbildung bei 20 Geburten und eine Fehlbildung auf neun Geburten wenn der HbA1c bei zehn Prozent lag.

Es spielte jedoch keine Rolle, an welchem Diabetestyp die Frauen litten. Auch die Dauer des Diabetes, die ethnische Zugehörigkeit, das Alter, der Body Mass Index (BMI), Rauchen oder das Geschlecht des Kindes erhöhten das Risiko für Fehlbildungen laut Studie nicht.

Fazit:
Eine Schwangerschaft bei einem bestehenden Typ 1 oder Typ 2 Diabetes sollte gut geplant sein. Die für angeborene Fehlbildungen wichtigste beeinflussbare Ursache stellt eine schlechte Stoffwechsellage zum Zeitpunkt der Empfängnis dar.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Quelle: Bell R, Glinianaia SV, Tennant PW, Bilous RW, Rankin J. Peri-conception hyperglycaemia and nephropathy are associated with risk of congenital anomaly in women with pre-existing diabetes: a population-based cohort study. Diabetologia 2012 Feb 8.

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