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Nüsse verbessern Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte bei Personen mit Typ 2 Diabetes

(10.02.2012) Der Ersatz von Kohlenhydraten durch einfach sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren pflanzlichen Ursprungs wird immer häufiger als mögliche therapeutische Strategie in der Behandlung des Typ 2 Diabetes angesehen. Kohlenhydrate, insbesondere raffinierter Weißzucker und Weißmehle, erhöhen den Blutzucker nach einer Mahlzeit und erniedrigen den Wert des „guten“ Cholesterins (HDL).




Als Ersatz für kohlenhydrathaltige Lebensmittel können Nüsse Zucker- und Blutfettwerte bei Personen mit Typ 2 Diabetes verbessern.
Foto: DDZ

In der hier vorgestellten Studie untersuchten Forscher, inwiefern sich der Konsum ungesalzener und roher Nüsse mit hohem Anteil an einfach sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf die Blutfettwerte und den Langzeitblutzuckerwert HbA1c auswirken. An der Studie nahmen 117 Personen mit Typ 2 Diabetes teil, die wiederum in drei Gruppen eingeteilt wurden. Die erste Gruppe erhielt abhängig von dem individuell ermittelten Gesamtkalorienbedarf zwischen 25 und 100 Gramm Nüsse (z.B. 75 Gramm bei einem Grundumsatz von 2000 Kcal), die zweite Gruppe bekam stattdessen Muffins und die dritte Gruppe erhielt jeweils eine halbe Portion Nüsse und Muffins. Die Nussmischung bestand aus ungerösteten und ungesalzenen Mandeln, Pistazien, Walnüssen, Pekannüssen, Haselnüssen, Erdnüssen, Cashewnüssen sowie Macadamianüssen. Die Muffins bestanden aus Vollkornweizen. Gesüßt wurden diese mit Apfelsaftkonzentrat. Der Protein- und Kaloriengehalt war vergleichbar mit dem Gehalt in der Nussmischung.

Durch den Konsum der Nussmischung (erste Gruppe) stieg der im Blut gemessene Anteil der einfach ungesättigten Fettsäuren um 8,7 Prozent. Der Wert für den Langzeitblutzucker HbA1c sank um 0,21 Prozent. Zwischen den beiden Vergleichsgruppen, die entweder Muffins oder eine halbe Portion Nüsse und eine halbe Potion Muffins erhielten, wurden dagegen keine Veränderungen nachgewiesen. Eine Reduktion des „schlechten“ Cholesterins (LDL) sowie des Apolipoproteins B (Apo B), das die wasserunlöslichen Fette im Blut transportiert, konnte bei der ersten Gruppe, die 75 Gramm Nüsse pro 2000 Kcal am Tag bekam, nachgewiesen werden. Bei den anderen Gruppen waren die Ergebnisse nicht signifikant.

Fazit
Die Studie hat gezeigt, dass 75 Gramm Nüsse bei einem Grundumsatz von 2000 Kcal als Ersatz für kohlenhydrathaltige Lebensmittel den Zucker- sowie die Blutfettwerte bei Personen mit Typ 2 Diabetes verbessern können.

Tipps:
Nüsse haben im Durchschnitt 600 kcal pro 100 Gramm. Dies sollte bei der Planung der Mahlzeiten berücksichtigt werden. Um einen positiven Effekt auf den Glukose- und Fettstoffwechsel zu erreichen, empfiehlt es sich nicht geröstete und ungesalzene Produkte zu konsumieren. Vor dem Verzehr sollte überprüft werden, ob die Nüsse muffig riechen oder gar Schimmelbefall zeigen. Solche Nüsse sollten umgehend entsorgt werden, da sie ein gesundheitliches Risiko darstellen.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: Jenkins et al. Nuts as a Replacement for Carbohydrates in the Diabetic Diet. Diabetes Care 34:1706–1711, 2011

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