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Irisin – ein Hormon gegen Fettleibigkeit?

(06.02.2012) Das neu entdeckte Hormon Irisin weckt Hoffnungen, Menschen vor Typ 2 Diabetes und den damit verbundenen Folgeerkrankungen schützen zu können. Dieses Hormon ist in der Lage, weiße Fettzellen in braunes Fettgewebe umzuwandeln. Da braunes Fettgewebe nicht der Energiespeicherung in Form von Depotfett sondern der Wärmebildung dient, ist es schon seit einiger Zeit im Fokus der Wissenschaft und Forschung.




Forscher haben ein Hormon entdeckt, das nach sportlicher Aktivität gebildet wird und eventuell vor Fettleibigkeit schützen könnte.
Foto: AOK-Mediendienst

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) gehören zu den zentralen Herausforderungen in den industrialisierten Ländern. Hauptursache hierfür ist Überernährung in Kombination mit nicht ausreichender Bewegung. Fett ist jedoch nicht gleich Fett. Weißes und braunes Fettgewebe unterscheiden sich grundlegend voneinander.

Weißes und braunes Fettgewebe
Im Unterschied zum weißen Fettgewebe hat das braune Fettgewebe keine Energiespeicherfunktion und ist demnach auch nicht verantwortlich für das Übergewicht. Der erwachsene Mensch besitzt im Vergleich zu Neugeborenen auch nur sehr wenig hiervon. Die Funktion liegt hauptsächlich in der Wärmebildung. Dies geschieht durch den Abbau von Fettsäuren mithilfe der Mitochondrien, den "Kraftwerken" der Zellen, welche den Fettzellen auch ihre bräunliche Farbe verleihen. Die so produzierte Wärme ist besonders wichtig für Neugeborene, da andere Mechanismen der Wärmeregulation wie das Kältezittern noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Irisin verwandelt weißes in braunes Fett
Irisin, ein Botenstoff, der nach der griechischen Götterbotin Iris benannt wurde, wird in den Muskelzellen gebildet. Das Hormon hat die Forschergruppe um Prof. Spiegelman vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston entdeckt, als sie einen bestimmten Faktor, den so genannten PGC1-alpha, untersuchte. Dieser Stoff wird nach körperlicher Aktivität in den Muskelzellen gebildet und stimuliert die Bildung des Hormons Irisin. Irisin sorgt wiederum für die Umwandlung von weißen (Energiespeicherung) in braune Fettzellen (Energienutzung). Die Forscher konnten u. a. zeigen, dass gentechnisch veränderte Mäuse, die vermehrt den Faktor PGC1-alpha bildeten, in vergleichbarem Maße vor Fettleibigkeit und einem Typ 2 Diabetes geschützt waren wie Tiere, die sich körperlich stark bewegten. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Irisin auch beim Menschen gebildet wird. Allerdings sind weitere Untersuchungen und Langzeitdaten erforderlich, um eine Aussage über einen möglichen Einsatz des Hormons in der Medizin zur Therapie eines Typ 2 Diabetes treffen zu können.

Bewegung ist gesund
Die gute Nachricht jedoch lautet: Jeder, der sich sportlich betätigt, kann dem Übergewicht und der daraus resultierenden Insulinresistenz vorbeugen und auch eine schon bestehende verschlechterte Stoffwechsellage verbessern.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.


Quelle: Spiegelman et al.: A PGC1-a-dependent myokine that drives brown-fat-like development of white fat and thermogenesis. doi:10.1038/nature10777

 

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