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Verordnungseinschränkung bei Blutzuckerteststreifen

Aufgrund der hohen Anzahl an Anfragen bezüglich der Verordnung von Blutglukose-Teststreifen haben wir Ihnen die wichtigen Informationen diesbezüglich zusammengestellt.


Personen mit Diabetes, die insulinpflichtig sind, erhalten weiterhin Teststreifen. Personen mit Typ 2 Diabetes, die kein Insulin spritzen müssen, erhalten dagegen nur in Ausnahmesituationen Blutg

Personen mit Diabetes, die insulinpflichtig sind, erhalten weiterhin Teststreifen. Personen mit Typ 2 Diabetes, die kein Insulin spritzen müssen, erhalten dagegen nur in Ausnahmesituationen Blutglukose-Teststreifen.
Foto: DDZ

Das neue Gesetz zur Verordnung von Blutglukose-Teststreifen (gültig ab 1. Oktober 2011) hat zu einigen Verwirrungen geführt. In diesem Artikel legen wir Ihnen relevante Änderungen, die die Verschreibung von Blutglukose-Teststreifen betreffen, dar.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass Personen mit Diabetes, die nicht insulinpflichtig sind Harn- und Blutzuckertestreifen nur noch in Ausnahmefällen erhalten. Als Grund für die Einschränkung wurde der fehlende Patienten-relevante Nutzen für den Verlauf der Erkrankung angegeben. Dies bedeutet, es ergäben sich keine direkten Konsequenzen aus den Blutzuckermessungen für die Diabetes-Therapie. Es existieren jedoch Ausnahmesituationen:

Für Personen mit Diabetes, die insulinpflichtig sind, ändert sich nichts

Patienten mit Typ 1 Diabetes mellitus erhalten in NRW generell 400 Blutzuckerteststreifen pro Quartal. Menschen mit Typ 2 Diabetes, die Insulin spritzen erhalten in der Regel 100 Teststreifen pro Quartal, maximal jedoch 200 Teststreifen pro Quartal. Bei einer intensivierten Therapie (ICT), sowie der Insulinpumpentherapie (CSII) sind es generell maximal 600 Blutzuckerteststreifen pro Quartal.

Teststreifen für Personen mit Typ 2 Diabetes nur in Ausnahmefällen

Personen mit Typ 2 Diabetes, die kein Insulin spritzen müssen, erhalten nur in Ausnahmesituationen Blutglukose-Teststreifen. Dies ist der Fall, wenn eine instabile Stoffwechsellage vorliegt. Darunter wird beispielsweise ein erhöhtes Unterzuckerungsrisiko (Hypoglykämierisiko) verstanden, wenn auf eine orale Antidiabetikatherapie ein- oder umgestellt wird. Weitere Erkrankungen, die eine Verschlechterung der Stoffwechsellage bedingen können, wie fieberhafte Infekte oder Magen-Darm-Erkrankungen, können ebenfalls eine Ausnahme darstellen. Auch bei Operationen, Behandlungen mit Glukokortikoiden oder bei Blutglukosewerten, die stark außerhalb des jeweiligen Zielbereiches liegen, können die Teststreifen weiterhin verordnungsfähig sein. Diese Entscheidung obliegt dem behandelnden Arzt.
Ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) wird nicht als Typ 2 Diabetes definiert und ist somit von dieser Regelung ausgenommen.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Angela Rossi, Diabetesberaterin DDG, Klinik für Stoffwechselkrankheiten am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Quellen:
1. Gemeinsamer Bundesausschuss http://www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/arzneimittel/nutzenbewertung/teststreifen/
2. Deutsche Diabetes Gesellschaft. Stellungnahme: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Informationen_zur_Verordnungsfaehigkeit_von_Urin_korrektur.pdf

Darstellung zum Ausdrucken
 


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