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Typ 2 Diabetes an den Zähnen erkennen

Ein Typ 2 Diabetes bleibt oft für lange Zeit unentdeckt. Die Gefahr für die Entwicklung von Langzeitschäden ist dann umso größer. Eine Studie hat nun gezeigt, dass ein Blick in den Mund manchmal ausreichen könnte, um einen Typ 2 Diabetes rechtzeitig zu erkennen.




Schon der Blick in den Mund könnte manchmal ausreichen, um einem Typ 2 Diabetes auf die Spur zu kommen.
Foto: DAK/Wigger

Das Zahnfleisch ist Bestandteil des Zahnhalteapparates. Zwischen Zahn und Zahnfleisch befindet sich die so genannte Zahnfleischfurche. Ist diese erweitert oder vertieft, spricht man von Zahnfleischtaschen. Sie machen zunächst keine Beschwerden und werden bei der Zahnpflege in der Regel auch nicht wahrgenommen. Dennoch können sie zu einer Parodontitis, also einer Entzündung und zum Verlust der Zähne führen. Die Parodontitis gehört aber auch zu den Komplikationen, die bei einem Typ 2 Diabetes auftreten können.

73 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen wurden erkannt

In der vorliegenden Studie wurden 601 Patienten einer Zahnklinik untersucht, bei denen bislang noch kein Diabetes diagnostiziert worden war. Die Forscher fanden heraus, dass – wenn mehr als 26 Prozent der Zähne Zahnfleischtaschen aufwiesen oder mehr als vier Zähne ausgefallen waren – der Zahnarzt bei diesen Patienten an das Vorhandensein eines Typ 2 Diabetes denken sollte. Erfragt wurden zudem folgende Risikofaktoren: Das Vorhandensein von Übergewicht bzw. Fettleibigkeit (Adipositas), ein erhöhter Cholesterinwert, Bluthochdruck (Hypertonie) sowie das familiäre gehäufte Auftreten eines Typ 2 Diabetes. Bei Vorliegen eines der erwähnten Risikofaktoren konnten die untersuchenden Zahnärzte 73 Prozent der Diabetesfälle allein an dem Zahnstatus erkennen. Wurden aktuelle HbA1c-Werte (Langzeitblutzucker) hinzugenommen, stieg die Rate der erkannten Diabetesfälle sogar auf 92 Prozent.

Fazit:
Da viele Menschen den Gang zum Hausarzt scheuen um Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, könnte der Gang zum Zahnarzt, der oft aufgrund akuter Problematiken unumgänglich wird, ebenfalls eine gute Möglichkeit bieten, einen bisher unentdeckten Diabetes und dessen Vorstufen aufzudecken. Auf diese Weise könnte der Zahnarzt eine weitere Abklärung durch den Hausarzt oder Diabetologen veranlassen.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: Lalla et al. Identification of Unrecognized Diabetes and Pre-diabetes in a Dental Setting. J Dent Res 90(7):855-860, 2011

Stand: 19.08.2011

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