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Passivrauchen erhöht Diabetes-Risiko

Rauchen gehört zu den weltweit führenden und vermeidbaren Todesursachen und wurde schon lange mit dem Auftreten eines Typ 2 Diabetes in Verbindung gebracht. Allerdings gab es bislang nur wenig Informationen über den Zusammenhang zwischen der Entstehung eines Typ 2 Diabetes und Passivrauchen oder Änderungen der Rauchgewohnheiten über einen längeren Zeitraum.


Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass auch Passivrauchen  das Diabetes-Risiko erhöht.

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass auch Passivrauchen das Diabetes-Risiko erhöht.
Foto: DAK / Wigger

In der vorliegenden Studie wurden 100.526 Frauen ab 1982 prospektiv die folgenden 24 Jahre untersucht. Zu Beginn der Untersuchung wies keine der untersuchten Frauen einen Typ 2 Diabetes auf. Während der folgenden 24 Jahre wurden 5392 neu aufgetretene Typ 2 Diabetes-Fälle entdeckt. Verglichen mit Nichtrauchern, die keinerlei Passivrauch ausgesetzt waren, hatten die Frauen, die gelegentlich oder regelmäßig Passivrauch ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko. Bei Ex-Rauchern war das Risiko um 28 Prozent erhöht. Das Risiko verringerte sich zwar ab dem Zeitpunkt des Rauchstopps, jedoch war es auch 20-29 Jahre später immer noch erhöht. Die Raucherinnen hatten das höchste Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, und zwar abhängig von der Menge, die geraucht wurde.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch unsere Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums. 2010 veröffentlichten sie die sogenannte KORA- Studie in der Fachzeitschrift „European Journal of Epidemiology“. Hier wurden Studienteilnehmer im Alter zwischen 55 und 74 Jahren mithilfe des oGTT (oraler Glukose-Toleranztest) untersucht. Zu Beginn der Studie waren noch keine Teilnehmer an einem Typ 2 Diabetes erkrankt. Nach sieben Jahren wurde ein Großteil der Probanden erneut untersucht. Die Raucher wiesen ein hohes Risiko auf, an einem Typ 2 Diabetes zu erkranken. Aber auch die Nichtraucher, die Zuhause oder am Arbeitsplatz dem Zigarettenrauch ausgesetzt waren, hatten ein doppelt so hohes Risiko für einen Typ 2 Diabetes im Vergleich zu den Nichtrauchern, die keinem Passivrauch ausgesetzt waren.

Fazit:
Aktives sowie passives Rauchen sind Risikofaktoren für die Entstehung eines Typ 2 Diabetes. Auch in Anbetracht weiterer Gesundheitsschäden wie Herzkreislauf- oder Krebserkrankungen lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören.


Dipl.-Biol. Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quellen:
1.Kowall et al: Association of passive and active smoking with incident type 2 diabetes mellitus in the elderly population: the KORA S4/F4 cohort study. Eur J Epidemiol. 2010 Jun;25(6):393-402. Epub 2010 Apr 6.
2. Zhang et al. Association between passive and active smoking and incident Type 2 Diabetes in Women. Diabetes Care 34:892-897,2011.

 

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