Newsletter  |  Samstag, 25. März 2017, 10:52 Uhr
Startseite

Diabetes-News

Über Diabetes
Fachthemen
Ernährung
Patientenfragen

Praktische Hilfe
Diabetes und Vorsorge
Klinische Studien
Diabetes-Kalender

Selbsthilfe-Suche
Arzt-/Klinik-Suche

 
 
 
gefördert durch:
 
Ginseng bringt keine Verbesserung der Betazell-Funktion

Ginseng dient seit Jahrhunderten zur Herstellung pharmazeutischer naturheilkundlicher Mittel, vorwiegend in der Traditionell Chinesischen Medizin. In einer Studie wurde nun untersucht, ob diese Pflanze auch die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen positiv beeinflussen kann.




Ginseng wird bereits seit Jahrhunderten für die Herstellung pharmazeutischer naturheilkundlicher Mittel verwendet.
Foto: Jochen Tack, AOK-Bundesverband

Ginseng (Panax Ginseng) ist eine Pflanze aus der Familie der Araliengewächse und ist mehrheitlich im asiatischen Raum heimisch. Hierzulande werden Ginseng-Präparate zumeist als Stärkungsmittel angewandt.

Frühere Studien an Tiermodellen sowie in Zellkulturen konnten zeigen, dass Ginsengextrakte und so genannte Ginsenoside (Hauptwirkstoffe der Ginsengwurzel) günstige Wirkungen auf den Insulin- und Glukosestoffwechsel haben. Es konnte beispielsweise dargelegt werden, dass die Insulinfreisetzung in diabetischen Mäusen stimuliert sowie die Glukosetoleranz und die glykämische Kontrolle verbessert werden. Einige der bisher durchgeführten Studien an Menschen zeigten, dass bei einer einmaligen Gabe von Ginseng der Blutzuckerspiegel während des oralen Glukosetoleranztests gesenkt wurde.

In einer randomisierten und placebokontrollierten Doppelblind-Studie wurde nun untersucht, inwiefern Ginseng bzw. Ginsenoside die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen und die Insulinsensitivität bei übergewichtigen Menschen mit verschlechterter Glukosetoleranz und Typ 2 Diabetes beeinflussen.

Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt. Sie bekamen entweder Ginsengwurzelextrakt (8 Gramm/Tag), Ginsenoside (250-500 Milligramm/Tag) oder ein Scheinmedikament (Placebo), welche allesamt oral verabreicht wurden. Die gemessenen Werte für die Betazellfunktion und für die Insulinsensitivität unterschieden sich nach 30 Tagen Behandlungsdauer nicht signifikant von den Werten, die zu Beginn der Studie erhoben wurden. Die Autoren weisen jedoch auf die Möglichkeit hin, dass eine verschlechterte Bioverfügbarkeit (Messgröße für die Schnelligkeit und den Umfang, mit welchem ein Arzneimittel aufgenommen wird und am Wirkort zur Verfügung steht) für den fehlenden therapeutischen Effekt verantwortlich sein könnte. Es ist möglich, dass eine andere Art der Verabreichung (beispielsweise als Infusion oder Injektion) von Ginsengwurzelextrakt oder Ginsenosiden zu anderen Ergebnissen führt. Dies muss in weiteren Studien überprüft werden.


Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Reeds et al. Ginseng and Ginsenoside Re Do Not Improve b-Cell Function or Insulin
Sensitivity in Overweight and Obese Subjects With Impaired Glucose Tolerance or Diabetes. Diabetes Care 34:1071-1076, 2011

Stand: 01.06.2011
Darstellung zum Ausdrucken
 


Weitere aktuelle Meldungen finden Sie hier:

Hier geht es zur Übersicht aller Newsmeldungen...