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BMI und Sterblichkeitsrate bei Asiaten

Die Anzahl der Übergewichtigen und Fettleibigen hat in den letzten Jahrzehnten stetig und stark zugenommen. Ein gängiger Marker zur Einschätzung des Körpergewichtes ist der sogenannte BMI (Body Mass Index). Das Körpergewicht wird hier im Verhältnis zur Körpergröße bewertet.




Zur Einschätzung des kardiovaskulären Gesundheitsrisikos sind nicht nur die BMI-Werte sondern auch das Fettverteilungsmuster wichtig.
Foto: ABDA

Viele Studien, die den Zusammenhang zwischen Mortalität (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum) und BMI untersucht haben, stützen sich auf Auswertungen von Menschen mit europäischer Abstammung. Die vorliegende Analyse untersucht den Zusammenhang zwischen der Sterblichkeit und dem BMI bei Asiaten, um eventuelle Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen wiederzuspiegeln.

Body Mass Index (BMI): Was versteht man darunter?

Mithilfe des BMI kann eine Einschätzung des Körpergewichtes vorgenommen werden. Das Körpergewicht wird hier im Verhältnis zur Körpergröße bewertet. Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [in kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [in m2]. Die Formel lautet:



BMI

 

Tabelle: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI (nach WHO, 2000 EK IV)

Kategorie BMI Risiko für Begleiterkrankungen des Übergewichts
Untergewicht < 18,5 niedrig
Normalgewicht 8,5 - 24,9 durchschnittlich
Übergewicht > 25.0  
Präadipositas
25 - 29,9 gering erhöht
Adipositas Grad I
30 - 34,9 erhöht
Adipositas Grad II
35 - 39,9 hoch
Adipositas Grad III
> 40 sehr hoch


BMI auch bei Asiaten aussagekräftig

Um den Zusammenhang zwischen BMI und dem Sterberisiko zu untersuchen, wurden über einen Zeitraum von 9,2 Jahren über 1,1 Millionen Asiaten untersucht, die in 19 Kohorten (Gruppen) eingeteilt wurden. In diesem Untersuchungszeitraum traten 120.700 Todesfälle auf.
Bei Personen mit einem BMI von 22,6-27,5 in der ostasiatischen Kohorte (Chinesen, Japaner und Koreaner) lag die Mortalitätsrate am niedrigsten. Ab einem BMI von 35 war die Mortalität um den Faktor von 1,5 und unterhalb eines BMI´s von 15 war die Mortalität um den Faktor 2,8 erhöht.
Betrachtet man die Gruppe mit den Indern und Bangladeshis, so stellt man fest, dass die Sterblichkeit bei einem BMI unter 20 im Vergleich zu dem BMI für Normalgewichtige erhöht war. Bei dieser Gruppe war die Sterblichkeit überraschenderweise bei einem BMI über 25 jedoch nicht erhöht. Eine mögliche Erklärung für die erhöhte Mortalität bei zu niedrigem BMI könnten Mangelernährung oder -versorgung sein.


BMI und Art der Fettverteilung

Die Ergebnisse spiegeln wieder, dass bei Indern ein BMI über 25 nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert ist. Eine Erklärung von Seiten der Wissenschaftler blieb aus, jedoch ist es durchaus denkbar, dass der BMI bei dieser Kohorte nicht die höchste Aussagekraft hat. Nicht nur der BMI sondern auch das Fettverteilungsmuster ist für die Einschätzung des kardiovaskulären und allgemeinen Gesundheitsrisikos wichtig. Entscheidend ist hier das Bauchfett-Depot, das durch den Taillenumfang bewertet werden kann. Die Messung des Bauchfettes durch den Taillenumfang könnte eventuell andere Ergebnisse zutage bringen.

 


Hier können Sie Ihr BMI testen. Berechnung des Body-Mass-Index (BMI)


Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


Quellen:
1. Zheng et al. Association between Body-Mass Index and Risk of Death in More Than 1 Million Asians. N Engl J Med 2011;364:719-29.
2. Deutsche Adipositas Gesellschaft: Adipositas-Leitlinie 2007

Stand: 12.04.2011
Darstellung zum Ausdrucken
 


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