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Diabetes und Brustkrebs

Das Mammakarzinom stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Der größte Teil der Frauen erkrankt nach den Wechseljahren. Allerdings können auch sehr junge Frauen vom Brustkrebs betroffen sein. In einer jetzt veröffentlichten Metaanalyse wurde der Einfluss eines bestehenden Diabetes auf die Ergebnisse von Brustkrebserkrankungen untersucht. Eine Metaanalyse ist ein statistisches Verfahren, um die Ergebnisse mehrerer vergleichbarer Studien zusammenzufassen.


Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Techniker-Krankenkasse

Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar.
Foto: Techniker-Krankenkasse

In der vorliegenden Metaanalyse wurden zwei große medizinische Datenbanken (EMBASE und Medline) auf Veröffentlichungen durchsucht, die sich mit Diabetes, Brustkrebs und der Prognose beider Erkrankungen beschäftigen. Aus über 8000 gefundenen Artikeln identifizierten die Autoren acht Studien, die für eine weitere Analyse in Frage kamen. Bei sechs von sieben Studien war ein schon bestehender Diabetes signifikant assoziiert mit einer Gesamtsterblichkeit (Gesamtmortalität) beliebiger Ursache. Bei drei von vier Studien war ein prä-existierender Diabetes mit fortgeschritteneren Brustkrebs-Stadien assoziiert. Diabetes war ebenfalls assoziiert mit veränderten Mammakarzinom-Therapien sowie einer erhöhten Giftigkeit (Toxizität) der Chemotherapie. Eine andere Metaanalyse, die ebenfalls von den Autoren ausgewertet wurde, zeigte, dass Patientinnen mit Brustkrebs und Diabetes im Vergleich zu Nichtdiabetikern ein höheres Gesamtmortalitätsrisiko aufweisen.

Mögliche Ursachen
Was könnten die möglichen Gründe hierfür sein? Wie die Autoren darlegen, erhalten Patientinnen mit Diabetes, bei denen der Fokus auf den behandlungsbedürftigen Diabetes-Begleiterkrankungen liegt, möglicherweise seltener ein Mammographie-Screening auf Brustkrebs.

Des Weiteren könnte nach Meinung der Autoren eine weniger aggressive Therapie des Brustkrebses eine Rolle spielen, da nicht alle Therapieoptionen aufgrund der Begleiterkrankungen möglich sind. Auch sind die Risiken der Toxizität einer Chemotherapie häufig größer bei Patientinnen mit Diabetes. Hohes Fieber und Infektionen spielen hierbei eine große Rolle. Wie es in der Veröffentlichung heißt, könnten derartige Risiken eine weniger aggressive Brustkrebs-Therapie erklären, aber auch rechtfertigen. Prinzipiell vermag auch eine Hyperinsulinämie (vermehrte Insulinproduktion bei Typ 2 Diabetikern) das Wachstum von Tumoren zu fördern.

Basierend auf den Ergebnissen der Metaanalyse kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Patientinnen mit Brustkrebs und einem bestehenden Diabetes im Vergleich zu Nicht-Diabetikern eine höhere Gesamt-Sterblichkeitsrate aufweisen. Es wird allerdings auch deutlich darauf hingewiesen, dass die Korrelationen bisher nicht geklärt sind. So sind weitere Studien erforderlich, um die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Brustkrebs zu untersuchen und festzustellen, inwieweit eine verbesserte Therapie des Diabetes dazu beitragen kann, die Sterblichkeitsrate bei Patientinnen mit Brustkrebs zu senken.

Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: Peairs et al. Diabetes Mellitus and Breast Cancer Outcomes: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Clin Oncol 29:40-46 (2010)

Stand: 14.02.2011
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