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Gen beeinflusst Fettverbrennung

Starkes Übergewicht (Adipositas) birgt zahlreiche Gesundheitsrisiken und ist entscheidend an der Entstehung eines Typ 2 Diabetes beteiligt. Viele Faktoren können Übergewicht hervorrufen. Der hauptsächliche Grund ist jedoch in der Fehlernährung zu suchen. Wie jetzt erneut eine Veröffentlichung zeigt, könnte allerdings auch die Aktivität bestimmter Gene das Auftreten von Übergewicht begünstigen.


Das braune Fettgewebe dient hauptsächlich zur Wärmeproduktion  (Positronen-Emissions-Tomographie-Aufnahme einer jungen Frau)

Das braune Fettgewebe dient hauptsächlich zur Wärmeproduktion (Positronen-Emissions-Tomographie-Aufnahme einer jungen Frau)
Foto: Wikipedia, Hellerhoff

Der menschliche Körper enthält zwei unterschiedliche Formen von Fettgewebe: das weiße und das braune Gewebe. Das weiße Fettgewebe, auch Speicher- oder Depotfett genannt, dient in erster Linie als Energiereserve für Zeiträume, in denen weniger Nahrung zu finden ist. Somit war früher das Überleben in kargen Zeiten gesichert.
In der heutigen industrialisierten Zeit ist es für einen Großteil der Menschheit jedoch kein Problem, an genügend Nahrung zu jeder Tages- und Nachtzeit zu gelangen. Die ursprüngliche Funktion des weißen Speicherfettes ist damit eher entbehrlich geworden. Was einst ein Überlebensvorteil war, führt in der heutigen Zeit zu den allseits bekannten Problemen wie Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas), die unmittelbar mit weiteren Folgeerkrankungen wie Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen verknüpft sind.

Braunes Fettgewebe
Das braune Fettgewebe kommt dagegen hauptsächlich bei Neugeborenen vor. Es dient weniger der Kalorienspeicherung, sondern ist vielmehr eine spezielle Form des Fettgewebes, die in der Lage ist, Wärme zu bilden. Dies geschieht durch den Abbau von Fettsäuren mithilfe der Mitochondrien (den "Kraftwerken" der Zellen), welche den Fettzellen auch ihre bräunliche Farbe verleihen. Die so produzierte Wärme ist besonders wichtig für Neugeborene, da andere Mechanismen der Wärmeregulation wie das Kältezittern noch nicht vollständig ausgebildet sind. Der Anteil des braunen Fettgewebes geht mit dem Alter normalerweise stark zurück.

Gen begünstigt Gewichtszunahme
Einen Zusammenhang zwischen dem braunen Fettgewebe und einem speziellen Gen namens crtc3 konnten nun amerikanische Forscher aufzeigen. Sie untersuchten bei Mäusen die Auswirkungen der Aktivität dieses Gens. Dazu schalteten sie bei einem Mäusestamm das crtc3-Gen komplett aus. Als Vergleichsgruppe dienten Mäuse, deren crtc3-Gen unverändert blieb. Beiden Mäusestämmen wurden kalorienreiche Mahlzeiten angeboten. Die Mäuse mit dem unveränderten crtc3-Gen legten stark an Gewicht zu. Die Tiere, bei denen das Gen ausgeschaltet wurde, blieben dagegen schlank. Es stellte sich zudem heraus, dass - im Vergleich zu den fettleibigen Tieren - bei den schlank gebliebenen Mäusen doppelt soviel braunes Fettgewebe vorhanden war.

Basierend auf Patientendatenbanken fanden die Forscher zudem heraus, dass bei einer Gruppe mexikanisch-stämmiger Amerikaner mit einer aktiven Variante des crtc3-Gens häufiger Menschen mit Übergewicht und Adipositas zu finden waren.

Fazit
In ferner Zukunft wäre es durchaus denkbar, der Entwicklung von Übergewicht durch eine Manipulation der Gene entgegen zu wirken. Gleichwohl ist dies derzeit noch Zukunftsmusik. Die Gene sind nicht der alleinige Schuldige an überflüssigen Pfunden. Wer nur das isst, was er verbraucht bzw. was der Körper verbrennen kann, und dabei auf Ausgewogenheit und ausreichende Bewegung achtet, wird sein Gewicht auch halten können, und zwar unabhängig von der genetischen Ausstattung.


Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: Song et al. CRTC3 links catecholamine signalling to energy balance. Nature. 2010 Dec 16; 468 (7326):933-9.

Stand: 26.01.2011
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