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Wein für ein längeres Leben?

(08.06.2009) Ein geringer, täglicher Alkoholkonsum unter 20 Gramm Alkohol pro Tag, insbesondere Wein, scheint mit einer längeren Lebenserwartung einher zu gehen. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass ein moderater Alkoholkonsum mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist. Es blieb jedoch immer unklar, ob die Art des alkoholischen Getränks oder die Dauer des Konsums mit einer erhöhten Lebenserwartung bei Männern mittleren Alters einhergeht.




Neue Ergebnisse vom Zusammenhang zwischen Wein und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In der vorliegenden Zutphen-Studie wurden 1.373 Männer, geboren in den Jahren zwischen 1900 und 1920, eingeschlossen. Über 40 Jahre (1960-2000) wurden die Männer detailliert über ihren Alkoholkonsum befragt.  Innerhalb dieses Zeitraumes änderten sich die Trinkgewohnheiten. Der Anteil derer, die regelmäßig alkoholische Getränke zu sich nahmen, stieg von 45 auf 86 Prozent und der Anteil der Weinkonsumenten nahm von 2 auf 44 Prozent zu. Des Weiteren wurden Trink- und Essgewohnheiten, der Body-Mass-Index, Nikotinmissbrauch sowie das Vorhandensein von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Schlaganfällen und Diabetes sowie der sozioökonomische Status protokolliert.

Hierbei fand man heraus, dass ein Langzeit-Alkoholkonsum von 20 Gramm Alkohol oder weniger pro Tag verglichen mit Alkoholabstinenz mit einem 30 Prozent niedrigerem Risiko behaftet ist, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben. Das Risiko für die Mortalität bei Schlaganfällen war um 57 Prozent gesunken. Das Risiko für die Gesamtmortalität sank um 25 Prozent.

Die Weintrinker schlossen besonders gut ab.  Die Studienteilnehmer, die täglich ein halbes Glas Wein tranken, hatten ein um 39 Prozent reduziertes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Das Risiko für die Gesamtmortalität bei den Weinkonsumenten sank um 37 Prozent.

Die Lebenserwartung der Weintrinker war im Schnitt um 5 Jahre höher im Vergleich zu den Teilnehmern, welche gar keinen Alkohol tranken. Bei den Teilnehmern, welche andere alkoholische Getränke bevorzugten (z. B. Bier), stieg die Lebenserwartung um 2,3 Jahre.

Schlussfolgerung:
Ein mäßiger Langzeitkonsum alkoholischer Getränke, insbesondere von Wein, hat der vorliegenden Studie zufolge einen protektiven Effekt auf die Inzidenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und  einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung. Jedoch sind weitere Studien erforderlich, die diese Ergebnisse untermauern. Zudem muss betont werden, dass diese Studie nur bei Männern durchgeführt wurde. Für Frauen liegen in dieser Studie keine Daten vor, es ist aber grundsätzlich anzumerken, dass Frauen generell nur die halbe Alkoholmenge vertragen im Vergleich zu Männern. Des Weiteren kann Alkohol Unterzuckerungen (Hypoglykämien) verstärken oder auslösen, und dies mit zeitlicher Verzögerung. Dies ist besonders relevant für Diabetiker, welche Insulin spritzen oder orale Antidiabetika wie Sulfonyharnstoffe einnehmen. Alkohol birgt zudem auch ein Sucht-förderndes Potential und stellt ein Zell- und Nervengift dar. Ein regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu einem Umbau der Leber bis hin zur Fettleber führen. Dies sollte bei der Entscheidung, regelmäßig Alkohol zu konsumieren, unbedingt berücksichtigt werden.

Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle:
Streppel et al. Long-term wine consumption is related to cardiovascular mortality and life expectancy independently of moderate alcohol intake: the Zutphen Study. J Epidemiol Community Health published online 30 Apr 2009; doi:10.1136/jech.2008.082198

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