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Ein Blick ins Auge könnte in naher Zukunft den Nachweis einer Neuropathie ermöglichen

Im Laufe der Erkrankung können Diabetiker eine Nervenschädigung (Diabetische Polyneuropathie) entwickeln. Dadurch kann die Wahrnehmung von Reizen und die Funktion von Organen beeinträchtigt werden. Bei der schmerzhaften peripheren Neuropathie kann es zu brennenden, stechenden, dumpfen oder auch kribbelnden Schmerzen an den Händen oder Füßen kommen. Hauptursache hierfür sind langfristig erhöhte Blutzuckerwerte. Die Nervenschäden setzen lange vor dem Auftreten der ersten Symptome ein. Diesen schleichenden Prozess der Entstehung einer Neuropathie bemerken Betroffene oft nicht.


Zum Nachweis der Neuropathie könnte schon bald eine neue Methode die bisher eingesetzten Verfahren ersetzen.

Zum Nachweis der Neuropathie könnte schon bald eine neue Methode die bisher eingesetzten Verfahren ersetzen.
Foto: DDZ

Bisher beschränkt sich die Diagnostik einer Neuropathie auf Untersuchungen durch Sensibilitätsprüfungen und Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit sowie weiteren Spezialuntersuchungen, je nachdem, welche Bereiche des Körpers betroffen sind.

Eine Arbeitsgruppe der Universitätsklinik in Rostock untersuchte jetzt die Augen von sechs gesunden Probanden im Alter von 22-35 Jahren und vier Patienten, welche zuvor einer Laser-chirurgischen Augenoperation (LASIK, Laser-in-situ-Keratomileusis) unterzogen wurden. Mithilfe eines neu entwickelten Systems kann ein großes Areal von bis zu 3,2 x 3,2 Millimetern mit 64 nicht überlappenden Einzelarealen von 400 x 400 Mikrometern rekonstruiert werden. Bisher wurde diagnostisch nur dieses kleine Einzelareal mit hierdurch beschränkter Aussage verwendet. Verschiedene Arbeitsgruppen fanden heraus, dass sich das Ausmaß der diabetischen Neuropathie am Nervengeflecht (subepithelialem Nervenplexus) der Hornhaut abbilden lässt. Sie verwendeten hierzu ein spezielles Mikroskopie-Verfahren (Konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie), mit dem sich Strukturen zweidimensional darstellen lassen. Anhand der Veränderungen im Gewebe der Hornhaut können Veränderungen des peripheren Nervensystems (Teil des Nervensystems, das außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt) zukünftig genauer festgestellt werden.

Diese Methode befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase. Basierend auf einer Kooperation mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum soll das Verfahren aber schon bald Einzug in die Routinediagnostik halten. Hierfür werden auch Patienten der German Diabetes Center (GDC)-Studie (Studie zu frisch manifestiertem Diabetes im Erwachsenenalter) gezielt untersucht. So könnten in naher Zukunft Neuropathie-bedingte Schäden und deren Stadien optimal nachgewiesen werden, um frühzeitig therapeutisch in das Krankheitsgeschehen einzugreifen.

Quelle: Zhivov et al.: Real-time mapping of the subepithelial nerve plexus by in vivo confocal laser scanning microscopy. Br J Ophthalmol 2010 94: 1133-1135


Gunilla Erdmann, Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Stand: 21.12.2010
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