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Blutzuckersenkung und kombinierte Lipid-Therapie bremsen Retinopathie

(24.11.2010) Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Studie (ACCORD Eye Studie) deuten darauf hin, dass sich das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie bei Typ 2 Diabetikern durch eine intensive Blutzuckerkontrolle und kombinierte Therapie zur Behandlung der Fettstoffwechselstörungen (Lipid-Therapie) verlangsamen lässt.


Augenhintergrund

Die diabetische Retinopathie ist eine typische Folgeerkrankung des Diabetes mellitus.
Foto: DDZ

Die diabetische Retinopathie gehört zu den möglichen Spätfolgen eines Diabetes mellitus. Sie ist eine häufige Ursache für die Erblindung bei Personen mit Typ 2 Diabetes. Studien haben gezeigt, dass eine intensive Kontrolle des Blutzuckers mit dem Ziel, den HbA1c-Anteil (das so genannte Blutzuckergedächtnis) zu senken, das Fortschreiten der Retinopathie verlangsamen kann. Ebenso wurden Bluthochdruck sowie erhöhte Fett- und Cholesterinspiegel als potenzielle Risikofaktoren für das Fortschreiten der Retinopathie diskutiert. So haben Untersuchungen belegt, dass die Gabe des blutfettsenkenden Medikaments Fenofibrat die Retinopathie bei Typ 2 Diabetikern verlangsamt.

In der ACCORD Eye Studie, einer aus 2856 Personen bestehenden Untergruppe der ACCORD-Studie (Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes), wurde nun über einen Zeitraum von vier Jahren untersucht, wie eine intensive Kontrolle des Blutzuckers und Blutdrucks sowie die kombinierte Lipid-Therapie eine Retinopathie bei Typ 2 Diabetikern beeinflusst.

Zur Einstellung des Blutzuckers erhielten die Studienteilnehmer entweder eine Standard- oder modifizierte Therapie. Im Rahmen der Standardtherapie sollte der HbA1c-Anteil auf unter 7,0 bis 7,9 Prozent gebracht werden. Die modifizierte Therapie sollte zu einem HbA1c unter 6,0 Prozent führen. Wie im New England Journal of Medicine vorgestellt, lag die Zunahme der Retinopathie bei den Personen mit Standardtherapie bei 10,4 Prozent. Die Rate bei den gezielt behandelten Diabetikern lag dagegen bei 7,3 Prozent.

Auch die Behandlung der Fettstoffwechselstörungen wirkte sich laut Studie positiv auf das Fortschreiten der Retinopathie aus. Die Teilnehmer wurden täglich entweder mit 160 mg Fenofibrat plus Simvastatin oder mit einem Placebo plus Simvastatin therapiert. Die Zunahme der Retinopathie senkte sich von 10,2 Prozent bei der Behandlung mit Placebo und Simvastatin auf 6,5 Prozent bei der intensiven Kombinationstherapie.

Die Behandlung des Blutdrucks zeigte dagegen keine nennenswerten Effekte auf das Fortschreiten der Erkrankung.

Fazit: Laut Studie verlangsamen eine intensive Blutzuckerkontrolle und die kombinierte Behandlung der Fettstoffwechselstörungen das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie. Die Blutdrucktherapie allein zeigte wiederum keinen Einfluss auf das Fortschreiten dieser Spätkomplikation.


Dr. Olaf Spörkel, Redaktion Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle: ACCORD Study Group; ACCORD Eye Study Group, Chew EY et al.: Effects of medical therapies on retinopathy progression in type 2 diabetes. N Engl J Med. 2010 Jul 15;363(3):233-44. Epub 2010 Jun 29


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