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Grad der Schädigungsfolgen bei Diabetes neu geregelt

(16.07.2010) Die Auswirkungen eines Gesundheitsschadens werden als Grad der Behinderung (GdB) und als Grad der Schädigungsfolgen (GdS) bemessen. Sie sind umfassend in der Versorgungsmedizin-Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales festgelegt und erläutert.(1)




Der GdB bezieht sich auf alle Gesundheitsstörungen unabhängig von ihrer Ursache, zum Beispiel bei erheblicher Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr.

Der GdS berücksichtigt dagegen die Folgen einer Erkrankung wie Diabetes oder die eines Unfalls. Der Begriff GdS ist seit Anfang 2008 gültig und hat den Begriff der "Minderung der Erwerbsfähigkeit" (MdE) abgelöst. Menschen mit einem GdS von 100 gelten - im Gegensatz zu einem GdB von 100 - als erwerbsunfähig.

Bei Patienten mit Diabetes ist aktuell und rechtsverbindlich der Grad der Schädigungsfolgen neu definiert worden (2).

Zweite Verordnung zur Änderung der Versorgungsmedizin- Verordnung:

  GdS
An Diabetes erkrankte Menschen, deren Therapie keine Hypoglykämie auslösen kann. 0
An Diabetes erkrankte Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann und die durch Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind. 20
An Diabetes erkrankte Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann, die mindestens einmal täglich eine dokumentierte Überprüfung des Blutzuckers selbst durchführen müssen und durch weitere Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind. 30-40
Die an Diabetes erkrankten Menschen, die eine Insulintherapie mit täglich mindestens vier Insulininjektionen durchführen, wobei die Insulindosis in Abhängigkeit vom aktuellen Blutzucker, der folgenden Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbständig variiert werden muss, und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind. Die Blutzuckerselbstmessungen und Insulindosen müssen dokumentiert sein. 50

Die neue Einteilung berücksichtigt somit erstmalig und ausschließlich die Art und den Aufwand einer Diabetestherapie, allerdings mit einer Einschränkung: therapiebedingte Einschnitte in der Lebensführung müssen nachgewiesen werden.


Dr. Klaus Wiefels, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quellen:
(1) http://www.bmas.de/portal/33270/property=pdf/k710__2009__05__13__versorgundsmed__verordnung.pdf
(2) http://www.bundesrat.de/cln_179/nn_8336/SharedDocs/Drucksachen/2010/0201-300/285-10,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/285-10.pdf

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