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Internationale Studie identifiziert 12 neue genetische Risikofaktoren für Typ 2 Diabetes

(02.07.2010) Ein internationales Konsortium unter Beteiligung des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf hat zwölf neue Genvarianten entdeckt, die einen Einfluss auf das individuelle Risiko für eine Typ 2 Diabetes-Erkrankung haben. Die Studie leistet damit einen entscheidenden Beitrag, um die komplexe Entstehung dieser bedeutenden Volkskrankheit aufzuklären. Nature Genetics veröffentlicht die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe.




Zur Aufklärung der genetischen Ursachen des Typ 2 Diabetes haben Wissenschaftler aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Island und acht weiteren Ländern gemeinsam Daten von über 140 000 Studienteilnehmern untersucht. Dabei konnten zwölf genetische Risikofaktoren neu identifiziert werden, von denen elf die Insulinproduktion bzw. -wirkung beeinflussen. Erstmals wurde außerdem eine genetische Assoziation von Typ 2 Diabetes mit dem X-Chromosom nachgewiesen. Dies könnte ein erster Hinweis auf geschlechtsspezifische Unterschiede beim Diabetes-Risiko sein: Frauen besitzen zwei X-Chromosomen, Männer je ein X- und ein Y-Chromosom. Insgesamt sind nun 38 genetische Risikofaktoren für Typ 2 Diabetes mellitus bekannt. "Wenn wir die genauen Ursachen der Volkskrankheit Typ 2 Diabetes kennen, können wir wirksamere Präventions- und Therapieansätze entwickeln", so PD Dr. Thomas Illig, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München und einer der Korrespondenzautoren der Studie.

Dr. Cornelia Huth, die die Auswahl der Studienteilnehmer und Analysen am Helmholtz Zentrum München maßgeblich betreut hat, ergänzt: "Nur eine so große Zahl an Probanden, wie in dieser gemeinsamen Studie erreicht, ermöglicht es uns, auch solche Faktoren mit großer statistischer Sicherheit zu identifizieren, die einzeln nur kleine Risiken zum Gesamtrisiko beitragen. Zur Aufklärung der Entstehungsmechanismen der Erkrankung sind aber auch diese kleinen Beiträge wichtig." Dr. Christian Herder und Dr. Wolfgang Rathmann, beide Arbeitsgruppenleiter am Deutschen Diabetes-Zentrum, betonen: "Ein wichtiger Befund der neuen Studie ist die Tatsache, dass ein Teil der Genorte, die mit einem erhöhtem Typ 2 Diabetes-Risiko verbunden sind, auch Risikovarianten für andere Erkrankungen wie zum Beispiel koronare Herzkrankheit, Autoimmun- oder Krebserkrankungen enthalten. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Proteine für mehrere Erkrankungen gleichzeitig relevant sein könnten".

Typ 2 Diabetes ist eine Erkrankung des Glukosestoffwechsels. Charakteristisch ist, dass Wirkung und ausreichende Produktion des Hormons Insulin verloren gehen. Die Entstehungsmechanismen der Erkrankung sind nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass die Kombination von genetischen und Lebensstilfaktoren zu Diabetes führt. Allein in Deutschland ist diese Erkrankung derzeit bei mindestens sieben Prozent der Bevölkerung bekannt, das entspricht fast sechs Millionen Menschen. Zudem legen Studien zur Dunkelziffer des Diabetes nahe, dass mehrere Millionen Männer und Frauen in Deutschland an Diabetes leiden, dieser aber noch nicht diagnostiziert und somit unbehandelt ist.

Weitere Informationen
Originalpublikation: Voight et al. Twelve type 2 diabetes susceptibility loci identified through large-scale association analysis. Nature Genetics, online-Publikation 27. Juni 2010 (DOI. 10.1038/ng.609).

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Helmholtz Zentrums München

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