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Sport kann das Demenzrisiko senken

(11.03.2010) Körperliche Bewegung tut gut und ist gesund. So beugt Sport nicht nur Diabetes Typ 2, Arteriosklerose, Herzkrankheiten oder Krebs vor, sondern auch einer milden Form der Demenz. Diese hängt allerdings mit einem stark erhöhten Risiko an Alzheimer zu erkranken zusammen.





Foto: AOK

Das amerikanische Forscherteam um Yonas E. Geda konnte in einer klinischen Studie nachweisen, dass sich Sport im späten und mittleren Lebensalter nicht nur positiv auf den Körper auswirkt. Er nutzt auch dem Gehirn: Mäßige Bewegung senkt das Risiko für die sogenannte "milde kognitive Beeinträchtigung" (= MCI, Mild Cognitive Impairment). Dies ist eine Zwischenstufe zwischen den normalen Alterungsprozessen im Gehirn und Altersdemenz oder Alzheimer.

An der Studie nahmen insgesamt 1.324 Frauen und Männer zwischen 76 und 84 Jahren teil. Bei 198 von ihnen wurde im Rahmen der Studie festgestellt, dass sie an einer "milden kognitiven Beeinträchtigung" litten. Die restlichen Teilnehmer bildeten die Vergleichsgruppe. Alle Studienteilnehmer gaben in einem Fragebogen Auskunft über ihre sportlichen Aktivitäten seit einem Alter von etwa 50 Jahren.

Die Forscher werteten die Fragebögen aus und unterschieden dabei zwischen leichtem, mäßigem und intensivem sportlichen Training. Außerdem zogen sie in Betracht in welchem Alter die Studienteilnehmer Sport getrieben hatten: ob in mittleren Jahren (50 - 65 Jahre) oder innerhalb des letzten Jahres vor dem kognitiven Test im Rahmen der Studie.

Bewegung in Maßen reicht zur Vorbeugung aus
Geda und seine Mitarbeiter stellten fest, dass vor allem mäßiges Training einer "milden kognitiven Beeinträchtigung" vorbeugen kann. Positiv wirkten sich Sport und Bewegung sowohl im mittleren, aber auch noch im späten Lebensalter aus. Unter mäßigem Training verstanden die Forscher Sportarten wie zum Beispiel Wandern, Schwimmen, Radfahren, Yoga oder Krafttraining. Anstrengendere Sportarten wie zum Beispiel Joggen oder bergauf Radfahren galten als intensives sportliches Training, während Bowling, spazieren gehen oder langsames Tanzen für die Forscher leichtes Training waren. Für leichtes bzw. intensives Training konnten die Autoren der Studie nicht nachweisen, dass das Risiko einer "milden kognitiven Beeinträchtigung" sinkt.

Bisherige Studien bestätigt
Die Ergebnisse untermauern Erkenntnisse aus anderen Studien. Schon früher hatten Wissenschaftler über eine mögliche Schutzwirkung von Sport vor Demenzerkrankungen berichtet. Wie dieser Schutz genau funktioniert, ist noch unklar. Geda und seine Mitarbeiter können darüber nur spekulieren: Es könnte eine direkte Schutzwirkung geben, weil Sport die Produktion bestimmter Proteine im Gehirn ankurbelt, das Überleben der Gehirnzellen fördert oder den Blutfluss im Gehirn anregt. Der Effekt von Sport könnte auch indirekt sein: Die Bereitschaft Sport zu treiben könnte ein Anzeichen für einen insgesamt gesünderen Lebensstil sein, der sich günstig auswirkt.


Judith Amann, freie Autorin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Yonas E. Geda et al. Physical Exercise, Aging, and Mild Cognitive Impairment. Arch. Neurol. Vol. 67(1):80-86, 2010.

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