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Schwangerschaft: Nüchternblutzuckerwerte auch unterhalb der Grenzwerte mit Risiken behaftet

(18.12.2009) Ein Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) ist eine besondere Form des Diabetes, die während einer Schwangerschaft erstmalig auftritt und zumeist nach der Geburt wieder verschwindet. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann für die Mutter und das Kind jedoch ernsthafte Folgen haben. Es kann hier zu einem abnormen Größenwachstum des Kindes (Makrosomie oder „Large for gestational age-Baby´s = LGA“) sowie zu einer starken Zunahme der Fruchtwassermenge kommen. Bei Patientinnen mit einem Gestationsdiabetes erfolgt aus diesem Grund häufiger eine Entbindung durch einen Kaiserschnitt. Das Risiko für die Entstehung eines späteren Typ 2 Diabetes ist ebenfalls erhöht.





Foto: Techniker Krankenkasse

Die Grundlage für die vorliegende Studie war die so genannte HAPO-Studie (Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome), welche die Frage untersuchte, welcher Grad der Hyperglykämie während einer Schwangerschaft im 6.-9. Monat unterhalb der Kriterien eines manifesten Diabetes mit ungünstigen mütterlichen wie kindlichen Ereignissen assoziiert ist. Man fand heraus, dass mit steigenden mütterlichen Blutzuckerwerten unterhalb der Grenzwerte für einen Diabetes auch die Risiken für Mutter und Kind ansteigen.

In der vorliegenden Studie wurde nun der Frage nachgegangen, inwiefern sich erhöhte Nüchternblutzuckerwerte unterhalb der Grenzwerte und innerhalb der ersten 3 Monate einer Schwangerschaft auf die Gesundheit für Mutter und Kind auswirken. Hierzu wurden in einer retrospektiv angelegten Studie in dem Zeitraum von Juni 2001 bis Juni 2006 insgesamt 6129 Frauen untersucht.

Vergleichbar mit der HAPO-Studie wurden die Nüchtern-Blutzuckerwerte in sieben Kategorien erfasst:
weniger als 75, 75-79, 80-84, 85-89, 90-94, 95-99, und 100-105 mg/dL.

Die Häufigkeiten für die Entstehung eines Gestationsdiabetes lagen in der niedrigsten Kategorie bei 1 % und in der höchsten Kategorie bei 11,7 %. Für die Entwicklung einer Makrosomie und/oder eines LGA lagen die Werte in der niedrigsten Kategorie bei 7,9 % und in der höchsten Kategorie bei 19,4 %. Die Rate an Kaiserschnitt-Geburten stieg ebenfalls innerhalb der Kategorien von 12,7 % auf 20 %.

Schlussfolgerung:
Erhöhte Blutzuckerwerte, die sich jedoch noch unterhalb der Grenzbereiche des Gestationsdiabetes bewegen, erhöhen die Risiken während und nach der Schwangerschaft für Mutter und Kind. Weitere prospektive Studien werden zeigen, ob eine noch frühzeitigere Feststellung und Behandlung dieser erhöhten Werte die Risiken bestimmter Geburtskomplikationen senken können.


Gunilla Erdmann, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Riskin-Mashiah et al. First-Trimester Fasting Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcomes. Diabetes Care 32:1639–1643, 2009

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