Newsletter  |  Sonntag, 21. Januar 2018, 19:40 Uhr
Startseite

Diabetes-News

Über Diabetes
Fachthemen
Ernährung
Patientenfragen

Praktische Hilfe
Diabetes und Vorsorge
Klinische Studien
Diabetes-Kalender

Selbsthilfe-Suche
Arzt-/Klinik-Suche

 
 
 
gefördert durch:
 
Vererbung von Insulinempfindlichkeit hängt vom BMI ab

(10.11.2009) An der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 sind sowohl Vererbungs- als auch Umweltfaktoren beteiligt. Gerade in den letzten Jahren haben Forschungsgruppen verschiedene genetische Veränderungen identifiziert, die das Risiko einer Typ 2 Diabeteserkrankung beeinflussen. Studien bezüglich möglicher „Genkandidaten“ lassen vermuten, dass eine vorhandene Fettleibigkeit die genetische Empfänglichkeit für einen Typ 2 Diabetes und für Störungen im Fettstoffwechsel (Dyslipidämie) verändern kann. Den Beweis für diese Hypothese lieferten nun Wissenschaftler aus Georgia, USA, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Diabetologia veröffentlichten.


Dicke junge Frau


Foto: Public Relations Bollmann

Mehr als 80 % der Typ 2 Diabetiker sind übergewichtig und die Fettsucht gilt als der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes. Bei der Mehrzahl der Erkrankten wird eine Reihe typischer Veränderungen gefunden, die unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" oder "Wohlstandssyndrom" zusammengefasst sind. Dazu gehören eine bauchbetonte Fettsucht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und eine Zuckerstoffwechselstörung. Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle bei der Krankheitsentstehung. Bei Kindern eines Elternteils mit Typ 2 Diabetes beträt die Wahrscheinlichkeit eines späteren Typ 2 Diabetes bis zu 50 %.

In die Studie von Wang und Kollegen wurden 2.180 weibliche Zwillinge eingeschlossen. Davon waren 430 eineiige (215 Paare) und 1.750 zweieiige (875 Paare) Zwillinge. Der Body Mass Index (BMI) wurde als ein Maß für die Fettleibigkeit genommen. Von den Wissenschaftlern wurde mit Hilfe des so genannten QUICKI (quantitative insulin-sensitivity check index) die Insulinsensitivität ermittelt, das Fettprofil im Nüchtern-Blut bestimmt und mittels statischer Methoden getestet, ob der BMI mit genetischen und Umwelteinflüssen interagiert, und die Insulin- und Fettwerte beeinflusst.

Wang und Kollegen berichten in ihrer Veröffentlichung über die folgenden Ergebnisse:

  1. Mit steigendem BMI werden die genetischen Einflusse auf die Fettkonzentrationen größer (p<0,001).
  2. Mit steigendem BMI werden die Umwelteinflüsse auf die Insulinsensitivität geringer (p<0,001).
  3. Es bestehen Interaktionen zwischen Genen und einer vorhandenen Fettleibigkeit in Bezug auf Fettstoffwechselparameter und Insulinempfindlichkeit. 

Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es aufgrund einer unterschiedlichen Ausprägung der Fettleibigkeit zu Variationen in der Bildung bestimmter Genprodukte kommen kann, die den Fettstoffwechsel und die Insulinempfindlichkeit beeinflussen. Für die weitere Suche nach möglichen „Genkandidaten“ sind die dargestellten Erkenntnisse daher sehr hilfreich. 


Dr. Patricia Schott-Ohly, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung

Quelle: Wang X et al. Heritability of insulin sensitivity and lipid profile depend on BMI: evidence for gene-obesity interaction. Diabetologia doi: 10.1007/s00125-009-1524-3

Darstellung zum Ausdrucken